Angesichts kräftig steigender Umsätze fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) für die Beschäftigten der Branche in der laufenden Tarifrunde deutlich mehr Geld und eine Entschädigung der Wegezeit.

Im Landkreis Forchheim wurden nach Angaben der Gewerkschaft im vergangenen Jahr 423 neue Wohnungen gebaut – in Ein- und Zweifamilienhäusern , in Reihen- und Mehrfamilienhäusern . Die IG Bau beruft sich hierbei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts . Danach flossen für den Neubau im Kreis Forchheim Investitionen in Höhe von rund 84 Millionen Euro . „Der Boom der Branche hält schon seit Jahren an. Und es ist kein Ende in Sicht“, sagt der oberfränkische Bezirksvorsitzende Gerald Nicklas. Der Gewerkschafter verweist auf einen wachsenden Berg genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen, der zu „prall gefüllten Auftragsbüchern“ bei den Unternehmen führe.

960 Baugenehmigungen

Nach einer Auswertung des Pestel-Instituts wurden im Landkreis zwischen 2011 und 2019 Baugenehmigungen für rund 960 Wohnungen erteilt, die noch gebaut werden müssen. „Es gibt einen regelrechten Stau am Bau. Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger arbeiten am Anschlag, um die Auftragsflut zu bewältigen. Statt Kurzarbeit und Homeoffice heißt es bei ihnen: Überstunden und Wochenendarbeit“, so Nicklas.

Die IG Bau Oberfranken fordert, die Beschäftigten in der Region an den guten Geschäften der Firmen fair zu beteiligen. In der laufenden Tarifrunde setzt sich die Gewerkschaft für ein Einkommensplus von 5,3 Prozent ein.

Außerdem sollen die sogenannten Wegezeiten, also die langen, meist unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen , entschädigt werden. Darüber hinaus sollen die Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung überwunden werden. red