Sie ist eine der bekanntesten Kirchen im Freistaat und eine der schönsten Kirchen im Erzbistum Bamberg: Die Pfarr- und Wallfahrtsbasilika Gößweinstein ist ein architektonisches Meisterwerk von Balthasar Neumann und zugleich sakrale Mitte der Fränkischen Schweiz. Am Wochenende wird in Gößweinstein feierlich das Dreifaltigkeitsfest begangen.

In dessen Mittelpunkt steht das Gnadenbild der freudenreichen Dreifaltigkeit, für das Balthasar Neumann mit dem Bau der Basilika den Thronsaal, Johann Michael Küchel aber mit dem Hochaltar – im wahrsten Sinne des Wortes – den Thron schuf, von dem es auf alle, die hierher pilgern, niederblickt.

Das Kirchenjahr

Das Kirchenjahr in Gößweinstein ist reich an Feierlichkeiten, jedoch bildet das bevorstehende Dreifaltigkeitswochenende am 29. und 30. Mai einen Höhepunkt. Am „Goldenen Sonntag“, wie man dieses Fest in Gößweinstein nennt, werden normalerweise viele Wallfahrer aus nah und fern erwartet. Da in Zeiten von Corona traditionelle Fußwallfahrten noch nicht in gewohnter Form möglich sind, sind die Wallfahrtsgruppen eingeladen, ihre Wallfahrtsgottesdienste in der Basilika unter den gegebenen Auflagen und Bestimmungen zu feiern.

Die Anfänge der Wallfahrt nach Gößweinstein liegen im Dunkeln, da im Dreißigjährigen Krieg alle Urkunden über die Wallfahrt verloren gegangen sind. Zudem gab es in Gößweinstein kein historisches Ereignis wie etwa in Vierzehnheiligen , das zum Beginn der Wallfahrt geführt hätte. Es ist wahrscheinlich, dass sich eine richtige Wallfahrt erst im späten 16. Jahrhundert ausgebildet hat. In diese Zeit fallen die ersten Nachweise von Wallfahrergruppen.

Gößweinstein ist heute zum größten Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands herangewachsen und stellt zugleich die spirituelle und sakrale Mitte der Fränkischen Schweiz dar. In der Wallfahrtsbasilika Gößweinstein wird jeden Tag Gottesdienst gefeiert.

Am Dreifaltigkeitssonntag, 30. Mai, beginnt der erste Wallfahrtsgottesdienst um 7 Uhr. Weitere Gottesdienste sind um 9 und 19 Uhr. Um 14 Uhr findet eine Festandacht statt. Tradition ist es, dass am Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit ein Bischof aus Bamberg nach Gößweinstein kommt. In diesem Jahr hält Erzbischof Ludwig Schick das feierliche Pontifikalamt um 10.30 Uhr in der Basilika. Alle Gottesdienste werden über Außenlautsprecher ins Freie und in die nahe Klosterkirche übertragen, da die Basilika derzeit nur rund 100 Personen einen Sitzplatz bietet.

Am Wochenende hat auch das Wallfahrtsmuseum Gößweinstein , das sich direkt neben der Basilika befindet, unter den bekannten Auflagen und für eine begrenzte Besucherzahl am Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, sofern die offiziellen Anordnungen nicht geändert werden. Unterschiedliche religiöse Opfergaben, Votivmenschen aus Wachs, Reliquien und Kreuzwege legen Zeugnis ab von Gotteserfahrungen und menschlichen Schicksalen. Aktuell zeigt das Wallfahrtsmuseum zwei Sonderausstellungen, darunter „I.N.R.I“, eine Schau zum Leben Jesu von Alexandr Markin, ausgeführt unter Mitwirkung von Gabriele Popov, sowie die Ausstellung „Das Gute siegt! Der Heilige Georg – Erzmärtyrer und Drachentöter“. red