Eine Serie von Diebstählen im zweiten Halbjahr 2019 brachte einen 33-jährigen Mann aus Forchheim vor das Schöffengericht am Amtsgericht Bamberg . Der Drogenabhängige hatte in Bamberg, Erlangen und Forchheim hochwertige E-Bikes und Pedelecs gestohlen oder für seine Komplizen eingelagert und umgebaut. Zum Auftakt des Prozesses gab der Angeklagte die Taten größtenteils zu.

"Wir treffen uns um 5 Uhr früh. Bring bitte die Funkgeräte mit und alles, was du hast, um Türen aufzumachen." So klingt es, bevor der Täter und seine Komplizen sich auf den Weg machen. Ihr Ziel sind Kellerabteile in Mehrfamilienhäusern mitten in Erlangen und Bamberg. Die Verschläge brechen sie auf und nehmen E-Bikes , Pedelecs oder Mountainbikes mit.

Der Angeklagte ist nicht nur mit anderen unterwegs, indem er Schmiere steht. Er zieht auch alleine los, um die teuren Gefährte mitzunehmen. Aus einer Tiefgarage auf der Erba-Insel in Bamberg und am Röthelheimpark in Erlangen verschwinden Markenräder. Auch nach Forchheim führt der Weg. Dort auf einem Fahrradabstellplatz in der Nähe des Bahnhofs wird ein E-Bike seine Beute.

Das Ende der Serie

Am Ende der Diebstahlserie fehlen den Besitzern zehn E-Bikes , zwei Mountainbikes und einiges an Zubehör. Der Gesamtwert beläuft sich nach Berechnungen der Staatsanwaltschaft Bamberg auf fast 23 000 Euro. Wie der Vorsitzende Richter Matthias Bachmann feststellte, tauchte aber vieles wieder auf. Einiges trat in Form von Einzelteilen bei den drei Haussuchungen bei dem Täter zutage. Andere Zweiräder mit Motor stellten Streifenpolizisten bei Verkehrskontrollen in Bamberg und Forchheim sicher. Die Täter ließen es sich nämlich nicht nehmen, nachts mit überhöhter Geschwindigkeit über rote Ampeln zu düsen .

Dabei hatte sich der Angeklagte große Mühe gegeben, eine Identifizierung unmöglich zu machen. Die E-Bikes baute er in seiner kleinen Werkstatt komplett um, die Seriennummern machte er unkenntlich, Rahmen lackierte er um. Doch anhand der Datenspeicher im Bordcomputer und anderer Kniffe konnten die Polizeibeamten die gestohlenen Fahrzeuge zuordnen. Weil er seinen Komplizen für einige Gramm Rauschgift dabei half, die E-Bikes zu verbergen und zu verkaufen, wird ihm auch noch Hehlerei zur Last gelegt. Als Beweise dienen neben den E-Bikes auch DNA-Spuren, Whatsapp-Chats und Sprachnachrichten sowie Ergebnisse aus einer Telefonüberwachung.

Freilich hatte es der Angeklagte nicht nur auf E-Bikes abgesehen. Aus einem Rohbau im Schatten des Bamberger Doms ließ er Werkzeug aller Art mitgehen. Dass er auch eine Brieftasche mit Führerschein einsteckte, wurde ihm später zum Verhängnis. Sie führte die Ermittlungsbehörden von ihm direkt zum Tatort zurück.

Außerdem wird das Schöffengericht in sein Urteil auch noch eine Vorverurteilung des Amtsgerichts Bamberg in Höhe von neun Monaten Freiheitsstrafe einpreisen. In einem Schnellrestaurant in Bamberg hatte der Angeklagte im April 2019 wohl unter Einfluss berauschender Mittel einem anderen eine Ohrfeige verpasst. Auch seine beiden Kinder mussten unter seiner Drogensucht leiden.

Es sind nicht die ersten Vorstrafen, die er an den Gerichten in Bamberg und Forchheim gesammelt hat, etwa mehrere Fälle der vorsätzlichen und gefährlichen Körperverletzung . Mit dem Urteil wird Ende Februar gerechnet.