In den vergangenen Schuljahren war ein Besuch der Stern­warte am Feuer­stein mit Himmels­beobachtung ein fester Bestandteil der Astronomie­kurse am Gymnasium Fränkische Schweiz (GFS). Corona-bedingt war dies im laufenden Schuljahr nicht möglich. Frank Fleisch­mann, Leiter der Stern­warte, bot den Schülern, die sich für die Belegung des Fachs Astrophysik entschieden hatten, allerdings eine äußerst attraktive Alternative an – eine Online-Himmelsführung via Video­konferenz.

Nachdem Fleisch­mann sich selbst und die Stern­warte am Feuer­stein kurz vorgestellt hatte, zeigte er beeindruckende Bilder des Himmels über Franken, die er oder Mitglieder des Astronomie­vereins von der Stern­warte aus aufgenommen hatten. Neben Aufnahmen von Meteoren, Mond­kratern, Sonnen­flecken, Kometen , der ISS, Kugel­stern­haufen und der Milchstraße waren sogar Polarlichter dabei, die schon vom Feuer­stein aus beobachtet worden waren.

Hochauflösende Kameras für die Aufnahmen entwickelt der Leiter der Stern­warte selbst. Dass am Feuer­stein hochkarätig und international gearbeitet wird, sieht man auch daran, dass die Korrektur­software für einen defekten Spiegel des bekannten Hubble-Weltraum­teleskops von Fleisch­mann stammt. Sehr anschaulich wurde erklärt, wie die Jahres­zeiten entstehen, wie sich die sichtbaren Stern­bilder im Verlauf des Jahres verändern und wie Mond­phasen sowie Mond- und Sonnen­finsternisse entstehen.

Bei der anschließenden Besprechung der Stern­entwicklung wurde das bereits erworbene Wissen der Abiturienten aus dem Unterricht aufgegriffen und um eindrucksvolle Bilder bereichert. Sind Druck und Temperatur groß genug, zündet im Kern des Sterns die Fusion von Wasserstoff zu Helium . Es folgen weitere Kern­fusionen, bei denen – je nach Masse des Sterns – Elemente bis hin zum Eisen entstehen können. Schwerere Elemente wie etwa Gold oder Uran entstehen dagegen, wenn masse­reiche Sterne am Ende ihres Sternen­lebens in einer gewaltigen Supernova explodieren oder wenn zwei Neutronensterne kollidieren.

„Jeder von euch, der ein Schmuckstück aus Gold besitzt, kann sicher sein, dass dieses Gold aus einer Supernova-Explosion oder einer Sternen­kollision stammt“, erklärte Fleisch­mann.

Höhepunkt des Vortrags war ein Exkurs zu Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, die zum tieferen Verständnis der Vorgänge in Schwarzen Löchern notwendig ist. Stellare Schwarze Löcher bleiben zurück, wenn die massereichsten Sterne „sterben“. Außerdem befinden sich im Zentrum von Galaxien supermasse­reiche Schwarze Löcher. Zuletzt gab es noch einen Abstecher in die Kosmologie und zur Urknall­theorie. Schade war nur, dass die Wolken­decke nicht aufreißen wollte, so dass ein Blick in den aktuellen Nacht­himmel durch das neue elektro­nische Teleskop im Anschluss an den Vortrag nicht möglich wurde.

Frank Fleisch­mann lud jedoch die Abiturienten und ihre Physiklehrkräfte Elke Schneider und Hubert Zagel ein, dies im Sommer bei besseren Wetter­bedingungen nachzuholen. red