Sehr ausführlich diskutierte der Gemeinderat Hetzles den Antrag auf Einbeziehungssatzung für ein Grundstück "Zum Streitbaum". Bereits im September 2019 hatte das Gremium dem Bauwerber eine Bauleitplanung in Aussicht gestellt. Eine Voranfrage beim Landratsamt Forchheim ergab, dass nicht nur das Teilgrundstück des Bauwerbers, sondern ebenso das davor angrenzende Grundstück für eine geschlossene Bebauung miteinbezogen werden müsse.

Mit diesem Eigentümer einigte sich der Bauwerber. Die Frage zur Erschließung des Gebiets ist allerdings sehr problematisch: Die Baugrundstücke können verkehrstechnisch nur über eine Zufahrt über Gemeindegrund mit einer Länge bis acht Metern zur bestehenden Straße erreicht werden.

Ein weiteres Problem ist die Abwasserbeseitigung . Denn der nächste Schacht liegt vom hinteren Bauplatz 28 Meter entfernt. Hier müsste der bestehende Kanal für ein einzelnes Anwesen mit erheblichen Kosten weitergeführt werden. Darüber hinaus befindet sich das Grundstück in unmittelbarer Nähe zu einem Biotop, das am hinteren Ortsrand von Hetzles liegt. Der An- und Zufahrtsverkehr muss sich durch den gesamten Ort bewegen. Auch wegen des Versatzes zur Straße, so Bürgermeister Michael Bayer (BBH), sei die Einzelerschließung und Überplanung der zwei Bauparzellen im Vergleich zu einem kleinen Wohngebiet unwirtschaftlich. Die Bauverwaltung hält daher den geplanten Standort für Wohn- und Gewerbevorhaben aus städteplanerischen Gründen für ungeeignet.

Was ist eine Einbeziehungssatzung?

Robert Dworschak vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung Bamberg warb bei den Räten für einen positiven Grundsatzbeschluss, auch wenn ein Grundstückseigentümer für die kommenden Jahre keine Bauwilligkeit zeige. Der Planer wies weiter darauf hin, dass für die Baufläche eine Ausgleichsfläche von 1068 Quadratmetern bereitgestellt werde. Bürgermeister Bayer erklärte vor allem den neugewählten Räten den Vorteil der Einbeziehungssatzung, mit der man auf einfache Weise den Außen- zum Innenbereich mache. Damit werde Ackerland zum Bauland . Ob man eine Zersiedelung und ungeordnete Entwicklung in der Gemeinde und eine Fortführung immer näher an den Hetzleser Berg wolle, fragten sich einige Gemeinderäte . Wenn man einen positiven Grundsatzbeschluss fasse, schaffe man dann nicht Begehrlichkeiten für weitere Grundstückseigentümer?

Doch es gab auch Zustimmung für den Bauwerber und Verständnis für den Wunsch zu bauen. Letztendlich war der Umweltgedanke und die Bewahrung der Natur am Ortsrand von Hetzles ausschlaggebend für die Ablehnung der Einbeziehungssatzung.

Der Antrag für die Flurnummern 996 und 994 wurde mehrheitlich gegen sechs Stimmen abgelehnt.

Auftragsvergaben für Kindergarten

Der Gemeinderat stimmte den vorgestellten Außenanlagenplänen der Kita Hetzles durch das Architekturbüro Lorenz zu. Weiter vergab das Gremium die Leistungsphasen 5 bis 9 in der Honorarzone III an das Büro Lorenz zum Preis von 49 374 Euro.