Die Marktgemeinderatssitzung in Gößweinstein begann mit einem Paukenschlag. Während des ersten Tagesordnungspunktes „Bürgerfragen“ warf Ferdinand Haselmeier in seiner Eigenschaft als Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Rathaus Gößweinstein dem Bürgermeister und der Marktverwaltung ein „völlig undemokratisches Verhalten“ vor.

Hintergrund war die Nichtveröffentlichung einer Bekanntmachung der IG zum Beginn des Bürgerbegehrens „Kein Rathaus im Pfarrhaus“ im Amtsblatt der Gemeinde. Am Mittwoch letzter Woche hatte Haselmeier eine E-Mail an die Gemeinde geschickt mit der Bitte, den Aufruf der IG zu veröffentlichen. Am Donnerstagnachmittag hatte eine Rathausmitarbeiterin Haselmeier angerufen und gefragt, welche Überschrift er sich denn für seinen Artikel wünsche. Haselmeier ging daher davon aus, dass sein Artikel auch erscheint – was dann jedoch nicht der Fall war.

Inzwischen hatte Geschäftsleiter Peter Thiem Haselmeier angerufen und sich entschuldigt, dass die Gemeinde vergessen habe, ihm mitzuteilen, dass sein Artikel nicht ihm Amtsblatt veröffentlicht werden konnte. Der Grund: politische Meinungsäußerungen werden nicht im amtlichen Teil abgedruckt. Haselmeier beziehungsweise die IG hätten stattdessen eine Anzeige über den Verlag schalten können.

Bürgermeister entschuldigt sich

Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) sprach von einem Versehen, weil Haselmeier nicht rechtzeitig eine Rückmeldung aus dem Rathaus bekommen habe. Man habe schlichtweg vergessen, ihn zu informieren, so Zimmermann, der sich dafür während der Sitzung auch bei Haselmeier entschuldigte.

Die Begründung, dass es ein Versehen war, hielt Haselmeier für unglaubwürdig. Er warf dem Bürgermeister vor, dass dieser seinen Aufruf bewusst verhindern wollte. Allerdings: Die Einladung zu den Informationsveranstaltungen der IG wurden im Amtsblatt sehr wohl veröffentlicht.