„Höchste Vorsicht ist geboten.“ Mit diesen Worten warnt Erwin Held, Innungsmeister des Landesverbandes des bayerischen Maler- und Lackiererhandwerks, vor Drückerkolonnen. Die würden, so der Forchheimer, an Haustüren klingeln und Dach- Fassaden- oder Reinigungsarbeiten anbieten. Aktuell seien die Kolonnen in Forchheim , Gosberg, Kersbach, Poxdorf, Effeltrich, Baiersdorf bis nach Neuses, Eggolsheim, Altendorf, Buttenheim und Strullendorf unterwegs. „Egal, wie seriös und nett die Herren wirken und egal, ob sie das Blaue vom Himmel versprechen, die wollen nur Ihr Geld“, erklärt Held. Sein Rat: Niemals sofort einen vorgelegten Vertrag unterschreiben. Oft sei es dann schon zu spät, weil die „Kollegen“ unmittelbar danach schon mit den Arbeiten beginnen und somit das Rücktrittsrecht bei Haustürgeschäften aushebeln würden. Ein seriöser Malerbetrieb der Maler- und Lackiererinnung würde niemals unaufgefordert ein Angebot oder gar einen Auftrag unterbreiten, erklärt Held weiter.

Eine neue Masche

Eine neue, nicht minder dreiste Masche seien große Flyer, die mit 30 Prozent Sonderrabatt auf die Dachreinigung oder Dachausbesserung locken, warnt Held weiter. Auf den Flyern seien immer Adressen aus der näheren Umgebung mit örtlichen Rufnummern – das solle Vertrauen erwecken. Aber Achtung: Unter der Adresse sei die Firma nicht gemeldet, die Rufnummer werde weitergeleitet und die Arbeiten würden überteuert abgerechnet.

Große Familienclans

Meist würden hinter diesen Betrugsmaschen ganze Familienclans stecken, sagt Markus Schmidt, Obermeister der Dachdeckerinnung Bamberg-Forchheim. Diese Großfamilien würden systematisch Region für Region abgrasen. Der Tipp der Experten: Informieren Sie sich bei der örtlichen Kreishandwerkerschaft über seriöse Handwerksbetriebe vor Ort. Alle örtlichen Innungsbetriebe sind unter www.khs-forchheim.de zu finden. Weitere Ansprechpartner sind bei den örtlichen Kreishandwerkerschaften und der Handwerkskammer für Oberfranken unter Tel. 09191/2023 zu erreichen. Sollte jemand an der Haustür bedrängend auftreten, ist das ein Fall für die Polizei:110. red