Gemeindekämmerer sind in der Regel nicht überschwänglich, ja eher zurückhaltend, wenn es um die Finanzen ihrer Kommune geht. Wenn Fedor Glinka, Kämmerer und Geschäftsleiter in Pommersfelden , das Gewerbesteueraufkommen seiner Gemeinde als „sensationell positiv“ bezeichnet, muss da etwas dran sein – noch dazu im Hinblick auf das Corona-Jahr 2020.

Von Steuereinbrüchen verschont

Pommersfelden sei von den prognostizierten massiven Steuereinbrüchen verschont geblieben. 2020 sei ein Gewerbesteueraufkommen von mehr als einer Million Euro erreicht worden. „So viel wie in den letzten zwölf Jahren nicht mehr“, so Glinka im Vorbericht zum Haushalt dieses Jahres.

Einen Applaus für seinen positiv stimmenden Haushalt 2021 konnte der „Herr der Finanzen“ bei der Vorlage dennoch nicht entgegennehmen: Glinka war aus gesundheitlichen Gründen verhindert, so dass Bürgermeister Gerd Dallner den diesjährigen Etat selbst präsentierte. Dies stellte bei dieser Finanzlage – ohne Kreditaufnahme und mit ausreichenden Rücklagen – kein Problem dar. Der einstimmige Beschluss folgte in kürzester Zeit.

Schulden auf Tiefstand

Denn nicht nur die Gewerbesteuer hat sich für die Kommune erfreulich entwickelt. Auch die Schulden der Gemeinde sind auf einen Tiefstand gesunken. Mit 241 000 Euro und einer Pro-Kopf-Verschuldung von 79 Euro startete die Kommune in das Jahr 2021. Am Jahresende könnten es sogar nur noch knapp 54 Euro und Pommersfelden damit praktisch schuldenfrei sein.

Vor einem Jahrzehnt, zur Zeit der großen Investitionen wie den Dorferneuerungsmaßnahmen, dem Bau der Schulturnhalle und der Generalsanierung der Schule, dem Um- und Erweiterungsbau des Rathauses und dem Bau einer Kinderkrippe , schwebten mehr als 1200 Euro über jedem Einwohner der Gemeinde. Gut 1,2 Millionen Euro der noch anstehenden Verbindlichkeiten wurden auf Beschluss des Ratsgremiums im vergangenen Jahr „außerordentlich getilgt“. Beim Ansatz der Gewerbesteuereinnahmen für das laufende Jahr bleibt Glinka mit 800 000 Euro eher zurückhaltend.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt – das, was im Verwaltungshaushalt übrig bleiben soll – hat er im vorliegenden Haushalt mit knapp 250 000 Euro angesetzt. In den kommenden drei Jahren soll sich jedoch eine Verdreifachung der Zuführung abzeichnen.

Limbacher Gewerbegebiet

Im Vermögenshaushalt wird die restliche Erschließung des Limbacher Gewerbegebiets finanziert. Für den Neubau der Brücke über die Reiche Ebrach in Pommersfelden fallen – wie auch für die Kindergartenerweiterung in Steppach – noch Baukosten und Schlussrechnungen an. Die Erschließung der neuen Baugebiete belasten den Haushalt hingegen nicht: Sie werden über Erschließungsträger finanziert. Durch Neuansiedlungen, insbesondere junger Familien, hofft man in der Gemeinde, maßvoll zu wachsen und damit nachteiligen demografischen Entwicklungen entgegenzusteuern.

Deshalb sollen die Baugebiete „Steppach-Nord“ und „Hofleite“ in Sambach um weitere Bauabschnitte wachsen. Für den nötigen Grunderwerb sieht der Haushalt fast eine Million Euro vor.

Geh- und Radweg

In den kommenden Jahren stehen die Errichtung eines Geh- und Radwegs zwischen Pommersfelden und Höchstadt, eine Zweitflurbereinigung zur Sanierung der Wirtschaftswege sowie Maßnahmen im Rahmen des Städtebauförderprogramms an.

Der Ausbau der Straße zwischen Sambach und Wind samt Bau eines Geh- und Radwegs soll als Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Landkreis Bamberg 2022 durchgeführt werden.