Zur Verabschiedung von Gudrun Zimmerer aus ihrem Dienst als Gemeindereferentin in den Pfarreien Heiligste Dreifaltigkeit Gößweinstein , St. Erhard Wichsenstein und St. Laurentius Obertrubach waren in der Basilika alle Plätze besetzt, die unter Corona-Auflagen zugelassen waren. Nach 22 Jahren Dienst, hauptsächlich in der Pfarrgemeinde Gößweinstein mit den Filialen Herz-Jesu Kleingesee, Auferstehung Christi Muggendorf und Herz-Jesu Tüchersfeld, wird Gudrun Zimmerer in Zukunft als Religionslehrerin in der Grund- und Mittelschule Gößweinstein tätig sein.

„Für Gudrun Zimmerer war ihr Beruf immer auch Berufung. Kirchlicher Dienst ist ohne ein hohes Maß an Identifikation und Engagement nicht glaubwürdig möglich“, betonte Gößweinsteins Pfarrer , Pater Ludwig Mazur. Deshalb sei es gut, dass mit diesem Gottesdienst in der Kirche , dem Haus des Herrn, wovon alles ausgehe und auch wieder zusammengeführt werde, auch der Dienst von Gudrun Zimmerer seinen Abschluss findet.

„Durch-kreuzte“ Pläne

Im Tagesevangelium nach Markus stellte Jesus die Frage: „Für wen halten mich die Menschen?“ Diese Frage griff Gudrun Zimmerer in ihrer Ansprache auf. Natürlich hätten sich die Menschen von ihr ein Bild gemacht, sei es als Leiterin von (Kinder-)Gottesdiensten, Bibelkreisen, ihrer Tätigkeit in der Jugend- oder Seniorenarbeit. Sie sei aber auch Tochter, Schwester, Ehefrau und Pflegemutter.

Sie und ihr Ehemann hatten Pläne für ihr Leben, aber diese seien „durch-kreuzt“ worden. Seit 21 Jahren ist ihr Mann an MS erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen. Da sich sein Zustand leider verschlechtere, brauche er jetzt mehr Unterstützung. Das Kreuz stehe daher für alle Mühseligkeiten des Lebens, für die großen und kleinen Lasten, die das Leben aufbürdet. Es gelte für alle, sich Christus anzuschließen und sein Kreuz anzunehmen. Natürlich sei dieses Christsein nicht immer einfach. Die Frage Jesu aus dem Evangelium richte sich deshalb auch an jeden Menschen von heute. „Wer Jesus nachfolgt, dessen Leben wird gelingen“, ist sich Gudrun Zimmerer aber sicher.

Als Überraschung war von Pater Ludwig das Lied nach der Kommunion angekündigt worden, mit dem sich der Kleinkindergottesdienstkreis, Maria Heumann mit ihrer Tochter Magdalena, Petra Nold, Kathrin Redel und Sabine Neuner sowie die Mitglieder der Jugendband „Lifelines“ musikalisch bedankten. „Alles hat seine Zeit und du bist nun bereit, etwas anderes Neues zu tun. Dabei wünschen wir dir Gottes Segen dafür, dass du immer so bleibst, wie du bist“, lautete die letzte Strophe, frei nach dem Lied von Reinhard Mey „Heute hier, morgen dort“. Sabine Neuner überreichte als originellstes Geschenk die Zusage, dass für eine Familie in Uganda eine Ziege gespendet wurde. Für die Pfarrgemeinde Gößweinstein dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kathrin Heckel mit einem „Vergelt’s Gott“ und einem Essensgutschein der Pfarrei. Auch wenn Gudrun Zimmerer aus ihrem Dienst als Gemeindereferentin ausscheide, so bleibe sie doch der Pfarrgemeinde als Mitglied erhalten, freute sie sich.

In ihren abschließenden Dankesworten wollte Gudrun Zimmerer nicht einzelne Personen hervorheben, da sie sonst bestimmt jemand vergesse. „Als ich beim Eingangslied die Band gehört habe, habe ich aber schon eine Gänsehaut bekommen“, zeigte Zimmerer ihre Begeisterung und verabschiedete sich bei allen Gottesdienstbesuchern persönlich mit einem Lebkuchenherz mit der Aufschrift: „Vielen Dank!!!“

Thomas Weichert