Zum Glücksspiel ist das Telefonieren mit dem Anbieter Vodafone im Gebiet der Marktgemeinde Hiltpoltstein geworden. „Manchmal zeigt es einen Balken, doch bis man die Nummer getippt hat und auf ein Freizeichen hofft, ist die Leitung wieder weg“, sagt Hans Held aus Hiltpoltstein . Seit drei Wochen ist das Vodafone-Netz instabil, und er kann weder das Handy nutzen noch angerufen werden.

Für die Firma „Bau in Holz“ im Gewerbegebiet hatte die instabile Leitung schon mehr Auswirkungen. „Wir mussten ein Diensthandy austauschen“, erklärt Christian Fuchs .

Alle möglichen Gerüchte sind im Ort unterwegs: etwa, dass es keine Reparatur der Antennen oder Leitung auf der Lagerhalle des Agrarhandels geben werde, weil die Arbeiten mit dem Kran zu aufwendig wären. Dass es seit dem 12. April Probleme gibt, weiß man bei Vodafone . Der Fehler jedoch liege nicht in der Qualität, und ein Kran sei für Reparaturarbeiten auch nicht nötig. „Die Mietleitung der Telekom weist immer wieder Fehler auf. Der Fehler ist nicht an den Antennen “, sagt Volker Petendorf, Pressesprecher von Vodafone .

Aber die von der Telekom angemietete Leitung werde nicht mehr lange genutzt. Vodafone rüstet selbst auf mit einer eigenen Leitung in moderner IP-Technologie. Ist es eine Aufrüstung, obwohl die Gemeinde das und diesen Standort genauso wie die anderen Vorschläge von Vodafone abgelehnt hat?

Mit einem neuen Flächennutzungsplan möchte die Gemeinde selbst bestimmen, welche Flächen für Mobilfunk verbaut werden dürfen. Wird der Standort auf der Lagerhalle dann doch wieder aufgegeben? Volker Petendorf verneint. Im Gegenteil: Er werde aufgewertet. Bundesrecht breche Gemeinderecht. „Der Standort ist gut, geprüft und eine sichere Sache“, beteuert Petendorf. „Der Standort auf der Lagerhalle wird aufrechterhalten und deutlich verbessert“, sagt der Pressesprecher . Die neue, eigene Vodafone-Leitung bedeute für den Kunden mehr Kapazität, „so dass sie für 5G geeignet ist“, erklärt Petendorf die Umrüstung.

Vor Ort ist von den Umrüstungsarbeiten noch nichts sichtbar. Diese Anbindungsarbeiten geschehen am Boden. „Das sieht man nur einen Tag vorher“, sagt Petendorf. Abgeschlossen werden die Arbeiten am 12. Mai. Die zusätzlichen Antennen werden dann im Laufe des Jahres installiert. Auch 5G komme dazu.

Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer (BFH), die über die Um- und Aufrüstungen nicht informiert worden sei, ist verärgert. „Das ist unverantwortlich, da es direkt ins Wohngebiet, die Kita und Schule strahlt. Es ist einer der schlechtesten Standorte überhaupt. Und dieser auch noch mit 5G . Das ist eine Farce“, schimpft Schulze-Bauer. Dass Telekom mit 5G nachziehe, sei dann nur eine Frage der Zeit, meint die Bürgermeisterin . Sie weiß, dass die Gemeinde in das Verfahren bei der Lagerhalle nicht mehr eingreifen kann.

Dieses ist nur eins von drei Projekten, die Vodafone derzeit in Hiltpoltstein umsetzen wird. Eines soll in der Nähe der Drei Zinnen bei Großenohe umgesetzt werden. „Ich werde dafür sorgen, dass bei der schönen Felsformation niemand ein Grundstück verkauft“, sagt Schulze-Bauer.