Den Auftakt der Marathon-Sitzungswoche des Kreistags und seiner Ausschüsse, in der die Haushaltsvorberatungen anstehen, machte der Kreisbauausschuss. Zwar waren die Prioritätslisten von Hoch- und Tiefbau lang, sie sind aber Bereiche, in denen am ehesten Spielraum ist. Im Gegensatz zum Sozialetat, wo es um gesetzliche Ansprüche von Personen geht.

Für den Hochbau stellte Stefan Götz die sechs Seiten lange Liste vor, an welchem Gebäuden des Kreises was zu tun ist, sei es Bauunterhalt oder Neuinvestitionen. Nur bei Letzeren hat der Kreis Chancen auf Zuschüsse. Auf sie setzt das Landratsamt besonders bei den Investitionen zur Verbesserung der IT an den Schulen. Für kommendes Jahr sind rund 750 000 Euro dafür vorgesehen; 2023 und in den Folgejahren werden kaum kleinere Summen folgen, ziehen sich doch manche Ertüchtigungen über mehrere Jahre.

Insgesamt belaufen sich die geplanten Investitionen auf 5,5 Millionen Euro , überwiegend für die Schulgebäude. Etliche Maßnahmen sind schon eingeleitet und werden fortgeführt. Die Anbauten am Landratsamt sind bis auf einige noch zu zahlende Schlussrechnungen bereits abgewickelt. Hier rechnet Geck mit Zuschüssen von 1,2 Millionen Euro .

Gymnasium als größter Posten

Der vorgesehene Bauunterhalt ist mit 3,7 Millionen Euro eingestellt. 1,3 Millionen Euro entfallen davon auf das Herder-Gymnasium. Nachdem 2021 bereits das Dach der Aula saniert wurde, stehen nun die Hauptgebäude an.

Kämmerin Carmen Stumpf benannte den Baubereich als größte Budgets des Kreises. Sie machen ein Viertel des gesamten Investitionsvolumens aus. Der Eigenmittelbedarf steigt um drei Millionen auf 5,3 Millionen Euro im Vergleich zu diesem Jahr, weil das Investitionsvolumen fast doppelt so hoch ist. Die drei Millionen zu finanzieren, bedeutet nach Stumpf zwei Prozentpunkte Kreisumlage mehr.

Waren es die Jahre vorher immer um die drei Millionen, die der Kreis in Gebäude investierte, gehe es nun auf die acht Millionen zu. Das sei nicht zu stemmen, auch nicht von der baumäßigen Abwicklung her, warnte CSU-Fraktionssprecher Edwin Dippacher. Einen Streichposten hat er schon im Visier: die ehemalige Landwirtschaftsschule in Ebermannstadt, die derzeit noch von der Realschule genutzt wird. Deren Ertüchtigung müsse verschoben werden, da noch gar keine Nachnutzung feststehe.Wegen des Sanierungsstaus sieht Matthias Striebich (Grünen) im Bereich Bauunterhalt wenig Einsparpotenzial. Er befürchtet vor allen Dingen, dass ein Schieben in die Zukunft dann zu deutlich höheren Kosten führen wird. Seine Forderung nach Photovoltaikanlagen stieß bei Kämmerin Stumpf auf ein offenes Ohr. „Eigenstrom lohnt sich wirtschaftlich“, betonte auch sie.

Gesondert beriet der Kreisbauausschuss über das neue Betriebsgebäude im Wildpark Hundshaupten . Die Anlage ist vorrangig für Büros und Umkleideräume für die 25 Mitarbeiter geplant. Die Kosten liegen nicht zuletzt wegen der schwierigen Hanglage bei rund 2,6 Millionen Euro . Kern im Untergeschoss wird eine Hackschnitzelheizung für alle Gebäude auf dem Gelände.

Erst dagegen, jetzt dafür

Ein weiterer Einzelpunkt war der Ausbau der Aula der Ritter-Wirnt-Realschule zu einer Versammlungsstätte – was der Kreis wegen der befürchteten hohen Kosten ursprünglich abgelehnt hatte. Jetzt stimmte der Ausschuss dem Plan einstimmig zu. Grund. Die Kosten sind deutlich niedriger als die geschätzte halbe Million Euro. Außerdem kommen etliche Maßnahmen auch dem Schulhaus als solchem zugute.

Der nächste große Budgetposten war der Tiefbau . Amtsleiter Dieter Els bezifferte allein die Kosten fürs Aufarbeiten des Rückstaus auf fünf Millionen Euro . Die veranschlagten Gelder müssten so bleiben und eher noch steigen, so Els. Schließlich würden Baugrunduntersuchungen und Materialentsorgung immer teurer. Auch die Baukosten stiegen zum Teil gewaltig. Beim Brückenbau , so Els, waren es in einem Jahr 13 Prozent und bei Kanalbauten über acht. Um die vielen verschobenen Maßnahmen beim Straßenunterhalt und die Winterschäden zügig abzuarbeiten, müssten jedes Jahr drei Millionen Euro bereitstehen.