Die Stimmung in den Unternehmen aus Stadt und Landkreis Forchheim ist von Branche zu Branche extrem unterschiedlich ausgeprägt, wie aus den Ergebnissen der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth hervorgeht. „Viele Unternehmen im Landkreis Forchheim, vor allem aus dem Handel und dem Touristiksektor , stehen weiterhin stark unter Druck und sehen der Entwicklung in den kommenden Monaten mit Sorge entgegen“, erklärt Michael Waasner , IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Forchheim, in einer Pressemitteilung. 60 Prozent der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Forchheim bezeichnen ihre Geschäftslage als gut (17 Prozent) oder befriedigend (43 Prozent), 40 Prozent nennen sie schlecht. Dies ist im Vergleich zur Konjunkturbefragung im Januar – entgegen dem oberfrankenweiten Trend – eine spürbare Verschlechterung. Bei 64 Prozent der befragten Unternehmen war das Auftragsvolumen aus dem Inland zuletzt rückläufig, bei 63 Prozent waren die Kapazitäten nicht ausgelastet.

Der Blick in die Zukunft fällt laut IHK etwas optimistischer aus als zuletzt. Immerhin 23 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich ihre Geschäftslage bessert, 32 Prozent befürchten aber eine weitere Verschlechterung. Auch die Investitionsneigung verharrt auf niedrigem Niveau. Leicht verbessert präsentieren sich die Erwartungen an die Beschäftigtenentwicklung. „Insgesamt planen die Unternehmen wieder spürbar mehr Neueinstellungen . Ein wichtiges Indiz dafür, dass viele unserer heimischen Unternehmen mittelfristig wieder mit einem Aufwärtstrend rechnen“, zeigt sich Waasner überzeugt.

Dass die aktuelle Konjunkturlage nicht überall negativ gesehen wird, zeigen die Statements einiger Unternehmer. Die NAF Neunkirchener Achsenfabrik verzeichne aktuell eine sehr positive Auftragslage, so Erwin Urban, Vorstand Produktion und Personal . „Grund hierfür ist die weltweit gestiegene Nachfrage bei nachwachsenden Rohstoffen.“ Als Lieferant für Antriebssysteme für Forst-, Bau- und Erntemaschinen profitiere die NAF von diesem Trend.

„Unsere Geschäfte liefen in den vergangenen 14 Monaten außerordentlich gut, waren die Verbraucher doch gezwungen, zu Hause zu bleiben. Auch wollten die Kinder beschäftigt werden, entsprechend gab es eine Hochphase für Malen, Basteln und Heimwerken, von der wir profitiert haben“, berichtet Florian Hawranek, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Kreul in Hallerndorf.

Die unterschiedliche Branchenentwicklung haben auch die Stadtwerke Forchheim GmbH zu spüren bekommen, verrät deren kaufmännischer Geschäftsführer Mathias Reznik. „Wir verzeichnen teils deutliche Verbrauchsverschiebungen innerhalb des gewerblichen Bereichs. Wegen Homeoffice und Homeschooling ist es bei Privatverbrauchern auch zu einer verstärkten Nachfrage nach Strom, Gas und Wasser gekommen.“ red