Johannes Wagenknecht aus Eckental ist der Vorsitzende des Vereins zur Erforschung der Flora des Regnitzgebietes. Der Verein hat sich die Erforschung der heimischen Pflanzenwelt und die sich daraus ergebenden Folgerungen für ihren Erhalt zur Aufgabe gemacht hat.

Unter Wagenknechts Federführung trafen sich 24 Pflanzenpilz-Experten zu einer dreitägigen Fachtagung im Behringersmühle , um von dort aus zu Exkursionen durch die Fränkische Schweiz aufzubrechen. Mit dabei der Pottensteiner Hobbybotaniker Bernhard Lang, der als Einheimischer die Gegend und die heimische Pflanzenwelt kennt wie kaum ein anderer.

Lang führte die Pflanzenpilzforscher aus ganz Deutschland unter anderem durch das Obere Püttlachtal bei Pottenstein, auf das Walberla bei Kirchehrenbach, durch das Obere Wiesenttal bis Doos, zur Burg Rabenstein , auf den Pottensteiner Burgberg, die Hohe Leite bei Haßlach und den Mehlbeerensteig in Muggendorf.

Als Expertin auf dem Gebiet der Pflanzenpilzforschung war die promovierte Naturwissenschaftlerin Julia Kruse aus Heppenheim an der Bergstraße mit von der Partie. Die Botanikerin des Pfalzmuseums in Bad Dürkheim hat ein Fachbuch über Pflanzenpilze herausgebracht. Kruse hatte in Bayreuth auch Diversität und Ökologie studiert, dort ihren Master gemacht und eine Doktorarbeit geschrieben. „Pflanzenpilze (Phytoparasiten) sind eine faszinierende und bemerkenswert artenreiche Gruppe innerhalb der Pilze. Wenn im Garten mal wieder die Kürbispflanzen schneeweiß überzogen sind oder der Birnbaum vorzeitig seine Blätter mit auffällig großen Blattflecken fallen lässt, dann haben wir es mit Pflanzenpilzen zu tun“, erklärt Kruse.

Alleine in Deutschland sind mehrere tausend Arten bekannt. An fast jeder Pflanzenart kann mindestens ein Pflanzenpilz vorkommen, der als Parasit auf der Wirtspflanze lebt und sich von ihr ernährt.

Bei den Exkursionen durch die Fränkische Schweiz konnten nun Pflanzenpilzarten entdeckt werden, die seit über 100 Jahren nicht mehr gefunden wurden und als ausgestorben galten. Wie Wagenknecht erklärt, ist die Grundlagenforschung zu den Pflanzenpilzen vor allem für die Landwirtschaft und den Gartenbau interessant und wichtig.

Die Erkenntnisse der Pflanzenpilzforscher fließen auch in die „Rote Liste“ der vom Aussterben bedrohten Pflanzen mit ein, erklärt Kruse. Viele Arten der Pflanzenpilze kann man nur mit dem Mikroskop bestimmen.

Ein Nebeneffekt der Exkursionen der Experten durch die Fränkische Schweiz ist auch die Kartierung der Wildpflanzen.

Thomas Weichert