Zu Beginn des Jahres kamen viele Menschen mit ihren Wohnmobilen in die Fränkische Schweiz. „Das ist ja aktuell eine allgemeine Trendurlaubsart und es gibt mehr Zulassungen für Wohnmobile . Kaum war das erste schöne Wochenende, sind viele Wohnmobilisten in unsere Region gekommen“, sagt Matthias Helldörfer, Leiter der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in Ebermannstadt.

Er erzählt, dass es Beschwerden und Anzeigen wegen Wildcampens gegeben habe. Die Tourismuszentrale habe mit der Polizei und dem Bund Naturschutz zusammengearbeitet. „Aber im Laufe des Spätfrühlings hat sich die Situation dann wieder normalisiert“, fügt Helldörfer hinzu. Er muss aber zugeben, dass es nach wie vor in der Fränkischen Schweiz an Wohnmobilstellplätzen mangelt. Auf Parkplätzen dürfen Wohnmobile eigentlich nicht einfach abgestellt werden, um zu übernachten. „Das ist so eine Grauzone“, meint Helldörfer. Wer nach einer Reise von einem Ort zum anderen halt auf einem Parkplatz macht, kann wohl zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ eine Nacht in einem Fahrzeug verbringen.

Allerdings kann man in Wohnmobilen wohnen. Damit handelt es sich um eine unzulässige Sondernutzung. Deshalb empfiehlt „Promobil“: „Vorsicht: Parken ist nicht dasselbe wie Campieren. Verzichten Sie daher auf das Aufstellen von Campingmöbeln oder das Ausfahren der Markise. Sonst wird aus der gestatteten einmaligen Übernachtung doch noch eine genehmigungspflichtige Sondernutzung. Das mehrmalige Übernachten an derselben Stelle, beispielsweise einem öffentlichen Parkplatz, ist ebenfalls eine Sondernutzung, die genehmigt werden muss.“

Dass Wohnmobilstellplätze wichtig für den Tourismus in der Region sind, sehen auch die Mitgliedsgemeinden der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile) „Fränkische Schweiz Aktiv“. Allianzmanagerin Corinna Brauer berichtet, dass Wohnmobilisten bis zu 50 Euro in der Gemeinde lassen: „Deshalb müssen wir ein gutes Miteinander finden.“ Im Rahmen des Ile-Projektes „Wohnmobilstellplatzkonzept“ arbeiten die Mitgliedsgemeinden daran, neue Stellplätze auszuweisen. Brauer erklärt, dass Landwirte nicht das Gefühl haben sollen, dass sie übergangen werden. Es brauche Respekt für die einheimische Bevölkerung. Es brauche aber auch ein Konzept, damit Stellplätze vorhanden sind und auch für eine regelmäßige Entsorgung von Müll auf Parkplätzen. Derzeit gibt es auf der Homepage der Ile eine Liste der aktuellen Wohnmobilstellplätze.

Erhebung geplant

Corinna Brauer berichtet, dass bis Mitte Oktober eine Erhebung am Laufen sei, welche Gemeinde weitere Stellplätze ausweisen wolle oder welche vorhandenen verbessert werden können. „Hier geht es zum Beispiel um Anschlüsse, Infotafel oder Entsorgungseinrichtungen“, so Brauer. Danach werden Fördergelder akquiriert und die Ergebnisse innerhalb von maximal vier Jahren umgesetzt. Je nach Zielgruppe könnten Verbesserungsmöglichkeiten angeboten werden, beispielsweise könnten Stellplätze Komposttoiletten für einmalige Übernachtungen bekommen. Bei größeren Änderungen dagegen wären Baugenehmigungen nötig.

Wer nun bei sich am Hof vorhat, Wohnmobilstellplätze anzubieten, kann sich an Corinna Brauer wenden, die dann berät und unterstützt. Sie zitiert aus dem Bayerischen Ministerialblatt vom Juni 2021, dass das im Außenbereich möglich sei, wenn „die Einrichtungen untergeordneten Charakter haben und die Prägung als landwirtschaftlicher Betrieb erhalten bleibt“. Sanitär- und sonstige Einrichtungen seien nach Möglichkeit in bestehenden Räumlichkeiten unterzubringen. Das äußere Erscheinungsbild eines landwirtschaftlichen Betriebs müsse erhalten bleiben. „Ich helfe da aber gerne. Auch aus Gemeinden, die nicht zur Ile ‚Fränkische Schweiz Aktiv‘ gehören“, fasst Corinna Brauer zusammen.