Das Jahr 1965 war für das städtische Kranken­haus Forchheim ein Meilen­stein in seiner Entwicklung. Damals trat Karl-Heinz Gsänger seinen Dienst als Chef­arzt der neu aufzubauenden Geburtshilflich-gynäkologischen Abteilung an, die seither in der Allgemein­chirurgie integriert waren. Das Einbringen neuer Strukturen und Erkenntnisse im Bereich Geburtshilfe , aber auch seine bescheidene, freundliche Art gepaart mit fachlicher Qualifikation bescherten dem Kranken­haus in den Folge­jahren einen wahren Baby­boom mit bis zu 1000 Geburten pro Jahr. Der gute Ruf der Klinik reichte weit über die Stadt­grenzen hinaus. Am Donnerstag feierte Gsänger seinen 95. Geburtstag in Nürnberg im Stadt­teil Schmausenbuck, wo er noch eigenständig lebt und täglich seine Ehefrau Elisabeth in einem nahen Wohnheim besuchen kann.

Viele Mütter werden sich an den Chef­arzt erinnern, der als Ober­arzt an der Frauen­klinik Nürnberg von Oberbürgermeister Karl-Heinz Ritter v. Traitteur und Klinik ­direktor Karl Maurer nach Forchheim geholt wurde. Im April 1991 trat er in den Ruhestand.

Gsänger fühlt sich nach wie vor mit Forchheim und dem Kranken­haus verbunden. Das weiß der frühere Verwaltungs­direktor Reinhard Haut­mann zu berichten. Regelmäßig ist er mit ihm nach Mallersdorf gefahren, um die Ordens­schwestern zu besuchen, die in der Geburts­abteilung an seiner Seite standen. Heute leben noch OP-Schwester Elbertina und Stations­schwester Josefine.

Vergangenes Jahr ist der Jubilar noch mit seinem Auto nach Forchheim gefahren, um zum 100. Geburtstag seines Direktors Walter Maurer ein Blumengebinde am Grab nieder­zulegen. mw