„Wenn wir in der Bibel suchen, lesen wir nichts über die Namen die Großeltern Jesu “, so Pfarrer Oliver Schütz, in seiner Einleitung beim Festgottesdienst zum Patronatsfest, dem „Annatag“, in Weilersbach . Er deutete jedoch an, dies in seiner späteren Predigt näher zu betrachten.

Im Eingangslied des Festgottesdienstes „Ach, sei unendlich mal“ wurde die Pfarrpatronin von Gläubigen als „ Großmutter Jesu Christ“ herzlich gegrüßt, während in einer weiteren Strophe des Liedes das Leid über den lange ausbleibenden Kinderwunsch von Anna und Joachim zum Ausdruck kam.

In seiner Festpredigt verwies Pfarrer Schütz darauf, dass wir von Joachim und Anna, den Eltern der Gottesmutter Maria, deren Gedenktag wir seit der Liturgiereform heute gemeinsam feiern, wenig wüssten. Nach dem Zeugnis dieser Schriften hätten die beiden 20 Jahre lang warten müssen, bis ihnen Maria geboren wurde, mit der Gott Besonderes vorhatte. Sie sei gewissermaßen von menschlicher Seite das kleine Samenkorn, der Sauerteig, aus dem Großes entstanden sei. Vom Glanz Marias falle auch etwas auf ihre Eltern zurück; vor allem die heilige Mutter Anna werde seit alter Zeit vom Volk verehrt. Auch in heutiger Zeit könne uns die heilige Anna als unkomplizierte Frau viel sagen, meinte Pfarrer Schütz.

Als Frau mit Buch dargestellt

Sie bündele Werte, strahle Wärme und Nähe aus. Sie sei auch Vorbild in Ehe und Familie. Das häufige Bildmotiv, das auch in der Weilersbacher Pfarrkirche zu sehen ist, zeigt Anna als Frau mit einem Buch. (Es handelt sich bei dieser Darstellung um einen Abguss aus einem Sippenaltar von Tilmann Riemenschneider um das Jahr 1506.) „Wir können daraus erkennen, dass für sie als Frau nicht nur die häusliche Arbeit wichtig war, sondern auch die geistige Bildung. Ihr Blick weitet sich auf die Welt, und sie fühlt sich zu mehr berufen als nur Haus, Kirche und Küche“, so der Pfarrer . Die Hl. Anna könne uns auffordern, uns für gleiche Rechte und Bildungschancen einzusetzen. „Abschließend können wir sagen, dass Joachim und Anna ihren Beitrag zur Erlösung des Menschen geleistet haben, indem sie die Mutter des Erlösers zur Welt brachten. Aus diesem kleinen Anfang ist Großes, ja, das größte Ereignis der Weltgeschichte geworden: Das Heil für uns alle, und für dieses Geschenk Gottes dürfen wir heute Gott ebenso danken wie den Eltern der Gottesmutter.“

Aus den Heften der Annalieder erklangen noch zwei weitere Lieder. Das aus dem Schlesischen stammende „Sankt Anna, voll der Gnaden“ wird dabei auch von den Weilersbachern gerne gesungen. Auch wenn wegen der Corona-Einschränkungen weder die Fußwallfahrten stattfinden noch das Pfarrfest gefeiert werden konnte, bildete der Festgottesdienst einen Höhepunkt im Kirchenjahr . red