Erna Köhler gehört zu den ältesten Neunkirchner Bürgern, gratulierte Bürgermeister Martin Walz der Jubilarin zum 100. Geburtstag . Geboren ist die Jubilarin in Schwaderbach im Erzgebirge, Sudetenland , dem heutigen Bublava in Tschechien.

In der elterlichen Landwirtschaft musste Erna Köhler helfen und erlernte nach der Schule den Beruf der Kurbelstickerin. Einen schweren Schicksalsschlag erfuhr die Familie nach dem Krieg 1946, als sie vertrieben wurde. Innerhalb weniger Stunden mussten sie ihr Hab und Gut in ein paar Kisten packen und ihre Heimat verlassen. Sie landeten in einer Gemeinschaftsunterkunft im Bayerischen Wald. Wie die Jubilarin später erfuhr, wurde ihr Elternhaus aufgrund der Nähe der Grenze zu Sachsen abgerissen.

Vom Bayerischen Wald aus kam Erna Köhler nach Neunkirchen am Brand . Grund dafür war die Ansiedlung der Wäschefabrik Bauerfeind in der Marktgemeinde. Das neue Zuhause war für die Familie zunächst eine Holzbaracke.

Näherin und Stickerin

1953 heiratete sie ihren Arno, ein Jahr später kam das einzige Kind, Sohn Horst, auf die Welt. Die Familie arbeitete fleißig und konnte sich ein Eigenheim schaffen und schon 1954 ihr neu gebautes Haus beziehen. Erna Köhler arbeitete als Näherin und Stickerin, teils in Heimarbeit , und musste dann noch das Handwerk der Automatenstickerei für die Wäschefabrik erlernen. Ihrem Arbeitgeber blieb die Jubilarin bis zum Eintritt ins Rentenalter treu. Zeit für Hobbys blieb bei dem arbeitsreichen Leben kaum. Allerdings war der Jubilarin das Kolpingwerk wichtig. Sowohl die Altenkreise des Kolpingwerks als auch die Veranstaltungen der evangelischen Kirche besuchte sie regelmäßig und nahm gerne an den angebotenen Reisen des Kolpingwerks teil, da sie selbst nie ein Auto besessen hatten. Leider war ihr Ehemann in seinen letzten Lebensjahren auf den Rollstuhl angewiesen. Doch auch hier packte die Jubilarin an und pflegte ihren Arno liebevoll.

Sie selbst konnte sich bis vor einem Jahr, ihrem 99. Lebensjahr, selbst versorgen. Seitdem wird sie im Caritas-Seniorenheim in Neunkirchen betreut. Zu ihrem 100. Geburtstag wurde sie nach Hause geholt, um mit den vielen Verwandten, die zum Teil weit hergereist kamen, zu feiern.

Auch Landrat Hermann Ulm gratulierte Erna Köhler zu ihrem 100. Geburtstag . Nur einer der beiden Enkel, der in Peking arbeitet, musste coronabedingt per Videochat gratulieren.