„ Wallfahrt unter Corona-Bedingungen: Individuelle Weggestaltung in Kleingruppen“, hieß es in der Ankündigung für die Wallfahrt der katholischen Pfarrei St. Michael aus Neunkirchen am Brand zur Basilika nach Gößweinstein . Es war keine „normale“ Wanderung, bei der es 30 Kilometer zu bewältigen galt, wenn man den gesamten Weg läuft: Wer schon öfter dabei war, erinnerte sich bei den bekannten Wegstrecken, den Kapellen und Kirchen immer wieder wehmütig an die vorherigen Wallfahrten . Und vermisste vieles: kein gemeinsames Laufen, Beten und Singen, keine gemeinsame Statio oder Mittagspause, kein Gespräch mit anderen Mitpilgern.

Beim Treffpunkt zum gemeinsamen Wallfahrtsamt auf dem Platz vor der Basilika konnte man dann doch feststellen, dass eine ganze Reihe von Pilgern auch zu Fuß unterwegs waren. Zusammen mit den auf anderen Wegen angekommenen Neunkirchner Wallfahrern füllten diese die ganze Basilika (unter Corona-Bedingungen), worüber sich Pater Ludwig Mazur, Pfarrer und Rektor der Basilika, sehr freute, wie er bei seiner Begrüßung sagte.

Leitwort: „Fürchtet euch nicht!“

Dabei erläuterte er das Leitwort „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ (Matt. 14,22-36 ), das sich das Wallfahrtsteam in Gößweinstein als Jahresmotto für 2021 ausgesucht hat.

Pfarrer Joachim Cibura zelebrierte gemeinsam mit Pfarrer . i. R. Veit Dennert und Diakon Andreas Eberhorn die Messe, bei der die Orgel mit ihrem gewaltigen Klangvolumen überzeugte und die Gläubigen wieder freudig und begeistert mitsingen durften.

Wallfahrtsführer Willi Geist trug wie immer die Lesung und die Fürbitten vor und Diakon Andreas Eberhorn schilderte in seiner Predigt zunächst seine eigenen Erfahrungen mit dem Wallfahren nach Gößweinstein aus seinem Wohnort Heroldsbach. Und meinte dann: „Ich habe mich oft gefragt, was hinter einer Wallfahrt steckt? Ist es wirklich nur ein Laufen? Ein Mitlaufen in einer großen Gemeinschaft oder laufe ich nur deshalb mit, weil ein Hape Kerkeling das Wallfahren bzw. das Pilgern wieder so populär gemacht hat? Ich glaube, dass heutiges Wallfahren für viele zu einer inneren Verpflichtung wurde“, sagte Diakon Eberhorn. „Das Ziel, Gößweinstein zu erreichen ist eine Sache, aber letztlich ist das Ziel Gott selbst, der mich immer begleitet und führen möchte.“

Diese Führung Gottes, so sagte er weiter, sei nicht immer gleich zu bemerken, wie man auch an den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus sehen könne. Als sie ihn erkennen, habe das bei ihnen solch eine Begeisterung ausgelöst und neue Kräfte mobilisiert, dass es keine Frage gewesen wäre, den langen Weg zurückzugehen, um den anderen Jüngern von ihrer wundervollen Erfahrung zu berichten.

Am Ende der Wallfahrt segnete Pfarrer Joachim Cibura mitgebrachte Wallfahrtsgegenstände und verabschiedete die große Gemeinde mit dem Wallfahrtssegen. red