Seit ihrer Ausbildung zur Hospizhelferin Anfang 2008 begleitete Anna Maria Kammerer viele schwerstkranke Menschen ehrenamtlich , ganz gleich, ob diese in einem Kranken- oder Pflegeheim oder zu Hause waren. Der Bayerische Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek zeichnete sie daher für ihr Engagement im Bereich Gesundheit und Pflege mit dem „Weißen Engel“ aus, gemeinsam mit acht weiteren Ehrenamtlichen.

Mit ihren inzwischen 85 Jahren hat Anna Maria Kammerer insgesamt 59 Menschen begleitet, immer einen nach dem anderen, wie sie erzählt. Sie war „die Feuerwehr“ im Hospizverein für den Landkreis Forchheim, „habe immer zugesagt“. An ihren ersten Einsatz im Forchheimer Wohn- und Pflegezentrum Jahnpark erinnert sie sich noch gut. Die Patientin wollte nichts mehr essen oder trinken, aber einen Löffel Jogurt nahm sie gerne, erinnert sich die alte Dame.

Kammerer war einfach für die schwerstkranken Menschen da, unterhielt sich mit ihnen und half ihnen, wenn sie etwas essen oder trinken wollten. Sie ermöglichte den Angehörigen gelegentlich einen Besuch beim Arzt, Friseur oder den Einkauf. Viele Menschen wollen zu Hause sterben, ist sich die Hospizhelferin sicher und war den Angehörigen dabei eine willkommene Hilfe.

Ihr Interesse für andere Menschen und medizinische Belange war ihr von ihrer Mutter in die Wiege gelegt worden. Sie war Apothekenhelferin und Lehrersfrau in Teuchatz und, wie es auf dem Land damals so war, gingen die Leute oft zu ihr, statt zum nächsten Doktor nach Heiligenstadt. Als die Mutter später zum Pflegefall wurde, kümmerte sich Anna Maria Kammerer selbst.

Den Aufruf zum Kurs als Hospizhelferin las sie in der Zeitung. „Ich habe mich einfach angemeldet“, erinnert sie sich.

Während der Hospizverein damals noch etwa 20 Mitglieder hatte, sind es „inzwischen über 100 Aktive“, freut sich Kammerer. Ihren aktiven Dienst musste sie inzwischen kündigen, das Laufen fällt ihr schwer. Trotzdem kümmert sie sich noch um Bekannte aus dem Ort und denkt gerne an die Zeit zurück. „Ich würde es jederzeit wieder machen“, sagt sie. „Man kann nur dazulernen.“