Zu Altbürgermeister Helmut Tauts 65. Geburtstag hatte der Marktgemeinderat im April 2020 ein besonderes „Geschenk“ beschlossen: die Verleihung des goldenen Ehrenrings. Da Taut am 30. November den halbrunden Geburtstag beging, stand nun die Verleihung an, als kleiner Festakt im Beisein von Landrat Hermann Ulm und der beiden Wiesenttaler Ehrenbürger Paul Pöhlmann und Hermann Sebald.

In seiner trockenen Art kommentierte Taut die Verleihung: „Der Goldpreis war damals um einen Euro höher als heute; die Gemeinde hat sich also nicht vertan.“ Damit spielte er auf die von Bürgermeister Marco Trautner angesprochene Haushaltskonsolidierung an, die in seiner Amtszeit umgesetzt wurde. Denn 2002 sah es nicht gut aus in der Kasse. Wiesenttal war gefordert, an allen Ecken und Enden zu sparen. Das ging bis zu einer nächtlichen Abschaltung der Straßenbeleuchtung. Sie ist inzwischen durch Umstellung auf dimmbares LED obsolet geworden.

„Taut hat kein Förderprogramm verpasst“, lobte Trautner die Umsicht seines Amtsvorgängers. Die Liste der umgesetzten Projekte ist lang, im Norden der Flächengemeinde von der Dorferneuerung in Wüstenstein und der dortigen Kläranlage bis im Süden des Gemeindegebiets die Sanierung des Alten Schulhauses in Birkenreuth, von der Ortsumgehung in Muggendorf bis zur Ansiedlung des Naturparkzentrums im ehemaligen Bahnhof.

Ein besonderer Kraftakt war der Schulhausneubau für die Grundschule, in Zeiten, als in vielen Orten Schulen geschlossen wurden. Er und der Rat seien verrückt, raunte man sich im Ort damals angeblich zu. Für Taut war es eine schwierige Tour zu den höheren Stellen. Einmal sogar mit einem lustigen Zwischenfall. Der damalige Landrat Reinhardt Glauber holte Taut zu Hause ab, um zur Regierung zu fahren. Glauber fuhr im Hof des Gebäudes vor und prompt hielt ein Angestellter den Landrat für den Chauffeur von Taut.

Nie Geld gehabt und trotzdem gebaut, fassten Taut wie Trautner die 30 Jahre in der Kommunalpolitik zusammen. Taut war von 1990 an im Rat und ab 2002 Bürgermeister .

Taut dankte den Ratsmitgliedern, der Verwaltung und seinen Kollegen an der Berufsschule, die ihn wegen Dienstpflichten als Bürgermeister oft vertreten mussten. Für die Zukunft wünscht er sich, dass er auch weiterhin keine Kommentare zur Wiesenttaler Politik abgibt.