Der Gemeinderat von Hetzles befasste sich mit dem Kitaneubau. Grund sind die steigenden Betreuungszahlen in der erst im Frühjahr erweiterten Kindertagesstätte Hetzles .

Bei der Bedarfsplanung im April wurden 37 Krippenkinder und 58 Plätze für den Kindergarten festgestellt. Dadurch wird es erforderlich, Platz für eine Krippengruppe mit zwölf und eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen zusätzlich zu schaffen. „Damit“, so Bürgermeister Michael Bayer (BB), „hätten wir einen kleinen Puffer für die nächsten Jahre, wenn die vielen Krippenkinder in den Kindergarten wechseln.“

Hintergrund ist die große Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei und über drei Jahren. Der zusätzlich benötigte Bedarf könne nur durch eine weitere Einrichtung erreicht werden, sagte Bayer. Aus diesem Grund hatte der Gemeinderat in seiner Julisitzung das Architekturbüro Lutz Pasemann mit den Vorplanungen und Kostenschätzungen beauftragt, drei Varianten für einen Kitaneubau auszuarbeiten. Dazu wurden im Vorfeld Gespräche mit dem Träger des katholischen Kindergartens geführt.

Grundstück gehört der Kirche

Das Grundstück steht im Eigentum der Kirche, die Gemeinde ist zuständig für die Baumaßnahmen. Lutz Pasemann vom Planungsbüro Planwerkstatt erläuterte die einzelnen Varianten. In Variante 1 geht es allein um den Neubau für den Kindergarten mit einem Raum für eine Krippengruppe und eine altersgemischte Gruppe. Weiter werden ein Elternwarteraum, Küche und Speiseraum benötigt. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,97 Millionen Euro.

Bei Variante 2 bleibt die Kita gleich mit dem Unterschied, dass ein 504 Quadratmeter großer barrierefreier und rollstuhlgerechter Gemeindesaal für Senioren auf den Kindergarten aufgestockt wird. Die Kosten belaufen sich auf 2,85 Millionen Euro.

Auch bei Variante 3 verändert sich an der Kita nichts. Hier soll eine Tagespflege mit Pflegedusche, Abstellplatz für Rollstuhl und Rollator entstehen. Weiter werden ein Ruheraum und eine Terrasse integriert. Die Caritas habe hierfür schon Interesse angemeldet, berichtete der Bürgermeister, da im Landkreis Forchheim der Bedarf an Tagespflegeplätzen sehr groß sei.

Gesprächsrunde in Neunkirchen

Dazu sollen für den 28. September die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden zum Gespräch nach Neunkirchen am Brand eingeladen werden. Die Gesamtkosten für Kita und Tagespflege belaufen sich nach ersten Berechnungen auf 3,26 Millionen Euro.

Ratsmitglied Edwin Schmidtlein (BF) äußerte große Bedenken, ob die Gemeinde sich das leisten könne und was passiere, wenn die Kinder weniger würden. Bürgermeister Bayer erklärte, dass ein Kindergarten immer Geld koste, und sollte er einmal leer stehen, dann werde er für die Mittagsbetreuung genutzt.

Auch Franz Braun (BHH) zeigte sich erschrocken über die hohen Kosten, stimmte dennoch der Planung des Kindergartens zu. „Eine Prognosefähigkeit bei Senioren ist wesentlich sicherer als bei Kindern, denn die werden immer mehr“, meinte Franz Braun. Wie es grundsätzlich weitergeht, wird sich entscheiden, wenn das Gespräch mit Caritas und den Bürgermeistern erfolgt ist.