Erheblichen Diskussionsbedarf hatte der Gemeinderat von Dormitz zum Thema Neuauflage Altortsanierungssatzung. Bereits 2016 beschloss der Gemeinderat ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek). Das Gemeindegebiet wurde untersucht und das Ergebnis im Isek dargelegt und mit Lösungsvorschlägen abgeschlossen. Daraus ergab sich, dass im Kernbereich des Ortes die meisten sanierungsbedürftigen Gebäude stehen. Das Sanierungsgebiet umfasst circa 14 Hektar mit der Bezeichnung „Altort von Klein- und Großdormitz“.

In der Diskussion forderte ein Teil der Räte, die Gebäudevorderseite links und rechts der Hauptstraße als Sanierungsgebiet festzulegen und alles, was hinter den Gebäuden liegt, aus dem Sanierungsgebiet herauszunehmen. Diese Forderung decke sich allerdings nicht mit Isek, meinte der Bürgermeister . Den Ortscharakter könne man nicht an einer ersten und zweiten Reihe festmachen. Die Vorgabe der Regierung von Oberfranken ist eindeutig, damit Fördergelder genehmigt werden können.

„Wir wollen den Ortskern und seine Geschichte erhalten“, so Bezold. „Wir wollen niemanden gängeln, sondern nur verhindern, dass die Dormitzer Hauptstrasse nicht von überdimensionierten Werbeschildern zugepflastert wird, wie schon geschehen.“ Mitten im Sanierungsgebiet steht jetzt eine Werbetafel, die der Gemeinderat einstimmig abgelehnt hatte und durch ein Versäumnis beim Bauamt in Ebermannstadt genehmigt werden musste. Die Räte beschlossen, Stadtbaumeister Ulrich zur weiteren Klarstellung des Sanierungsgebietes zur nächsten Sitzung einzuladen.

Auf den Prüfstand

Das Bild vom noch enger zu schnallenden Gürtel drängt sich auf, wenn es um die finanzielle Situation der Gemeinde Dormitz geht. Vieles muss auf den Prüfstand. Im Haushalt 2022, den Bürgermeister Holger Bezold (FW) dem Gemeinderat vorstellte, befindet sich ein Defizit, welches auszugleichen ist. Viele Maßnahmen, die schon auf den Weg gebracht wurden, sind darin enthalten, berichtet Bezold. Sie seien wichtig für die Gemeinde, so Bezold, und müssten fortgeführt werden. Er nannte die Eigenüberwachungsverordnung Kanal, den Ausbau barrierefreier Haltestellen, den Neubau des Oberflächenkanals sowie sonstige Kanalunterhaltsmaßnahmen für 400.000 Euro , den Neubau der Kita für 2,6 Millionen Euro , den Umbau des Sirenennetzes, die Sanierung der Kirchenstraße und den Gemeindeanteil am Re-genüberlaufbecken. So verheißt der erste Überblick über das erstellte Zahlenwerk der Verwaltung nichts Gutes. Unter Berücksichtigung aller Einnahmen beträgt das Defizit im Verwaltungshaushalt 240.000 Euro und im Vermögenshaushalt 170.000 Euro .

Düster wird es allerdings bei der Finanzplanung. Die laufenden und jährlich fortgeschriebenen Haushaltsmittel sowie die Mittelanforderungen der Verwaltung und kommunalen Einrichtungen sind darin schon enthalten. Dennoch müssen aus der Rücklage 600.000 Euro entnommen sowie als Kreditaufnahme 800.000 Euro eingeplant werden. „Mir ist bewusst, dass es viele Wünsche und Aufgaben in der Gemeinde gibt“, sagte Bezold. Allerdings müssen wir uns auf unsere Pflichtaufgaben konzentrieren mit der dringenden Notwendigkeit, weitere Einnahmequellen zu schaffen.

Teure Mittagsbetreuung

Das bedeutet, dass der Gemeinderat vor der schwierigen Aufgabe steht, defizitäre Einrichtungen auf den Prüfstand zu stellen. So liegt das Defizit in der Mittagsbetreuung bei 150.000 Euro und bei der Kita bei 425.000 Euro jährlich. Viele Eltern zahlen durch den staatlichen Zuschuss nur einen minimalen Beitrag im Monat, der im Schnitt bei 19 Euro liegt. „Die Kosten explodieren und laufen uns in allen Bereichen davon“, meinte der Bürgermeister und erläuterte, was dies konkret für die Gemeinde bedeutet. Aufgrund des hohen Defizits in der Kinderbetreuung müssen die Kita-Gebühren angepasst werden. Die Gemeinde sorgt zwar für die Gebäude, doch der Bürger hat die Lasten zu tragen. Parallel wurden Verwaltung und Bürgermeister beauftragt, einen genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen. Nachdem die Anträge der Fraktionen vorliegen, kann die Verwaltung die ganzen Ideen und Vorschläge zusammenfügen und versuchen umzusetzen. „Das wird nicht einfach“, so Bürgermeister Bezold.