In der Versammlung der Stillen Gesellschafter des Dorfladens Obertrubach , die im vergangenen Jahr ausgefallen war und nun unter 2G-Bedingungen stattfand, erläuterte Geschäftsführer Thomas Laitsch den aktuellen Stand des Geschäfts. Dabei wurde deutlich, dass Corona im Geschäftsjahr 2020 deutliche Spuren hinterlassen hat. Insbesondere die im Frühjahr und Herbst ausgebliebenen Touristen und die damit auch deutlich gesunkene Nachfrage bei den Beherbergungsbetrieben habe „das angestrebte Ergebnis doch deutlich verhagelt“. Auch die erhaltene Corona-Soforthilfe hätte die geringere Zahl an Kunden und die damit ausgebliebenen Umsätze nicht wettmachen können. Damit sei für 2020 ebenso wie im Eröffnungsjahr 2019 mit seinen hohen Anfangsinvestitionen kein positiver Jahresabschluss zu erzielen gewesen.

Dennoch, so der Geschäftsführer, sei man auf dem richtigen Weg. Der Zuspruch sei insgesamt gut, Touristen liebten den Dorfladen und bei den Einheimischen gäbe es nicht wenige, die sogar mehrmals am Tag zum Einkaufen kämen. Der verkaufsoffene Sonntagmorgen sei im Sommer ein Alleinstellungsmerkmal und würde großartig angenommen. Besonders stolz sei Laitsch auf das Mitarbeiterteam. „Hier stehen jeden Tag begeisterte Menschen hinter der Theke, die nicht nur Verkäuferinnen sind, sondern vor allem Organisationstalente, Problemlöserinnen, Sorgennehmerinnen und Freudeverbreiterinnen.“ Ohne dieses engagierte und selbstständige Team gäbe es den Dorfladen nicht.

Bemerkenswert sei, dass trotz eines deutlich erweiterten Sortiments der Anteil regionaler Produkte weiter gestiegen sei. Mehr als ein Drittel des Umsatzes kommt aus der Region, davon mehr als die Hälfte aus dem Landkreis Forchheim. Insgesamt liegt der Gesamtanteil der verkauften Waren aus dem Freistaat bei deutlich über 50 Prozent, heißt es in einem Pressebericht des Gesellschafterbeirats.

Operativer Gewinn

Einstimmig wurden von den Gesellschaftern die Jahresabschlüsse gebilligt. Für 2019 betrug der Jahresfehlbetrag 8391,87 Euro, für 2020 waren es 6569,50 Euro. Ohne die Abschreibungen hätte man sogar einen operativen Gewinn erwirtschaftet, für 2019 knapp unter 2000 Euro und für 2020 knapp über 8000 Euro, was Hoffnung für bessere Ergebnisse in 2021 und den Folgejahren mache.

Für die Neubesetzungen im Gesellschafterbeirat standen die bisherigen Beiräte Nadine Wohlfahrt Pflaum, Christine Berner und Ulrich Meierhöfer zur Wiederwahl zur Verfügung und wurden ohne Gegenkandidaten bis 2023 bzw. 2024 im Amt bestätigt. Abschließend wurde die Geschäftsordnung insoweit angepasst, dass zukünftig Jahresabschlüsse auch online oder im schriftlichen Abstimmungsverfahren festgestellt werden können, um den rechtlichen Rahmen zu schaffen, falls keine Präsenzveranstaltungen möglich sind.

Bürgermeister und Beiratsvorsitzender Markus Grüner beschloss die Versammlung mit einem Dank an die Dorfladen-Mannschaft und die Stillen Gesellschafter, ohne die der Dorfladen heute nicht existieren würde. Er hoffe und wünsche sich, dass noch viel mehr Bürger das „umfangreiche Angebot unseres schönen Dorfladens“ nutzen und das Angebot nicht ausschließlich am Preis messen, sondern daran, wie viel zusätzliche Lebensqualität der Dorfladen für alle Bürger der Gemeinde Obertrubach bedeute. red