Bayerns Landwirte werden derzeit von vielen Seiten angefeindet und politische Hürden erschweren den Beruf, berichten manche Landwirte aus der Region. Wertschätzung und das Vertrauen den Landwirten gegenüber fehle. Zudem gibt es Krieg in der Ukraine mit Folgen für die Welt. Deutsche Bauern könnten helfen. Wenn die politischen Hürden nicht wären.

Wie steht die Kirche zu den Sorgen der Landwirte, wollten die Vertreter des Bauernverbands (BBV) von Erzbischof Ludwig Schick wissen. Zu dem Dialog zwischen Kirche und Landwirtschaft war Schick auf den Fahner Hof, einen Obsterwerbsvollbetrieb, nach Igensdorf gekommen.

„Wir haben einen gedeckten Tisch wegen der funktionierenden Landwirtschaft und einer anderen Staatsform“, sagte Hermann Greif, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) von Oberfranken und Kreisobmann von Forchheim . Die Landwirtschaften hier seien in einem „grünen Gürtel“ und könnten mehr anbauen, wenn sie dürften. Stilllegungsflächen, Pflanzenschutz- und Düngemittelverordnungen waren seine Schlagworte. „Es kann doch kein Fluch sein, mehr zu produzieren“, sagte Greif.

Wie sieht die Kirche, die selbst viele landwirtschaftliche Flächen hat, das Problem? Dass die Politik alles vom grünen Tisch aus bestimmen will, hält Erzbischof Schick für falsch. Er betonte, man müsse im Dialog bleiben. „Es geht nicht darum, in Extreme zu verfallen“, sagte Schick.

Die Katholiken würden von einem „Et…et“ – einem sowohl als auch reden, meinte Schick und bat, bei den angesprochenen Themen deshalb die gesamte Problematik zu betrachten. „Wir sprechen von regionalen Produkten. Das ist wichtig. Aber das gilt auch für Afrika“, sagte Schick.

Hilfe zur Selbsthilfe

Überall könne angebaut werden. Wenn in Afrika selbst angebaut worden wäre, wäre es einfacher. In Südafrika werde Mais gebraucht. „Doch viele Flächen werden nicht als Maisanbauflächen, sondern für Öl und Zuckerrohr genutzt, alles, was die Amerikaner brauchen“, meinte Schick. Mit einem Mehr-Anbau hier den anderen Ländern zu helfen, aber ihnen auch bei der Möglichkeit zum Selbstanbau zu helfen, nannte Schick die Lösung. Ein Zurück zu früher wolle niemand, so der Erzbischof .

Gerade das vermitteln aber die Verordnungen, die vom Schreibtisch aus getroffen würden, kontern die Vertreter des BBV. „Die Meinung gegenüber den Landwirten ist vergiftet. Deshalb brauchen wir Hilfe von allen Seiten“, meinte der Bauernverbandspräsident . Gerade auch beim Thema Tierhaltung sind Landwirte oft Angriffsfläche. „Die Angriffe sind von Leuten, die ebenfalls extrem reden“, besänftigte Schick. „Wie bekommt man den goldenen Mittelweg?“, nannte Schick die Frage, die zielführend sei.

Vor dem Dialog gab es eine Führung durch den Fahner Hof. Doris Bachmeier und ihr Bruder Thomas Fahner bewirtschaften auf sieben Hektar Stein- und Beerenobst und sind mit diesem breiten Sortiment eine Seltenheit im Landkreis. Alleine 25 verschiedene Apfelsorten wachsen auf den Hangflächen der Familie Bachmeier – Fahner. Mit frischem Obst und Gemüse beliefern Fahners 60 Schulen und Kitas im Landkreis und zeigen damit, dass heimische Landwirtschaft funktioniert.