Zum Bericht „, Kinder werden vergessen’“ vom 17. April:

Die Nachricht über die außerplanmäßige Schließung der Kitas im Landkreis war für mich als Mutter von drei Kindern (acht Monate, drei und viereinhalb Jahre) wie ein Schlag ins Gesicht.

Wir haben mit unserer Familie jeden Lockdown mitgemacht, haben Abstand gehalten und uns als Familie isoliert. Wir waren vorsichtig und hatten Verständnis für die Corona-Politik der Regierung . Über Monate haben wir zugesehen, wie unsere Kinder in häuslicher Isolation geweint haben, haben getröstet, gespielt, gelacht und mit ihnen geweint. Haben Erklärungen gesucht, warum Turnen oder andere Angebote – selbst im Freien – nicht möglich sind, warum andere Kinder in den Kindergarten dürfen (Notbetreuung), aber sie seit Monaten nicht. Ich habe akzeptiert, wie kopf- und verstandslos unsere Regierung in dieser Krise agiert – es war Neuland für uns alle.

Unsere Großen waren letzte Woche das erste Mal seit Wochen wieder in der Kita , hatten sich so sehr darauf gefreut , ihre Freunde und Erzieher wiederzusehen – zumindest eine Woche Normalität, aber mit bangem Blick auf die Zahlen am Freitag.

Wieso gibt es diese Regelung mit dem Stichtag, wenn sie dann doch so schnell außer Kraft gesetzt wird? Wie erklärt man enttäuschten Kindern das, was wir als Erwachsene schon kaum verstehen?

Mich macht es unfassbar traurig und wütend , wie mit unseren Kindern in dieser Pandemie umgegangen wird, wie sie seit Monaten auf einen normalen Alltag, auf ihre Sozialstrukturen außerhalb der Familie verzichten müssen. Mir reicht’s! Die Regierung verspielt unsere Zukunft und vor allem die Zukunft unserer Kinder und beweist seit Monaten jeden Tag aufs Neue, wie sehr ihr Kinder und Familien egal sind.

Ich bin überzeugt davon: Unsere Kinder sind nicht das Problem dieser Pandemie – nicht in Deutschland, Bayern und auch nicht im Landkreis Forchheim. Während sie zu Hause bleiben müssen, sitzen in den Unternehmen unzählige Erwachsene , größtenteils ohne Tests und teilweise sogar ohne Masken (man sehe sich nur mal voll besetzte Dienstfahrzeuge auf der Straße an!), da passieren die Ansteckungen. Auf meine Nachfragen beim Landratsamt, die Zahlen transparent aufzuzeigen (infizierte Erwachsene gegen Kinder , aber bitte in Relation auf die durchgeführten Testungen), habe ich leider keine Antwort erhalten – denn bestimmt wissen die Verantwortlichen genauso gut wie ich, dass die Beschränkungen, die unseren Kindern seit nunmehr über einem Jahr zugemutet werden, unverhältnismäßig sind.

Ich distanziere mich hier ausdrücklich von Corona-Leugnern oder Querdenkern, aber ich fordere die Regierung auf: Fangen Sie endlich bei den Erwachsenen an, mehr Disziplin bei der Umsetzung von Hygienestandards und Testungen einzufordern und zu kontrollieren – und hören Sie auf, die zu bestrafen, die keine Schuld an der Pandemie und den Fallzahlen trifft!

Christina Durmann

Wiesenthau