Die Kreisgruppe Forchheim im Bayerischen Jagdverband (BJV) hatte zu einer Feierstunde mit Ehrungen sowie der Verabschiedung ihres Jagdhornbläsercorps eingeladen. Im vergangenen Jahr war die bereits geplante Veranstaltung der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Jetzt wurde sie nachgeholt.

Gerhard Kaul, Obmann für Brauchtum und Tradition , hatte mit seinem Team (Lissy Schuster, Ute Kupfer und Michaela Burkard) einen coronakonform rundum gelungenen Festabend im Gasthaus Schumann in Gosberg organisiert. Mit der Feier will der BJV zum einen seinen verdienten Bläsern in einem würdigen Rahmen Dank und Anerkennung aussprechen für die Erhaltung des Brauchtums , mit der sie zu einem Aushängeschild für die Jäger im Landkreis wurden. Zum anderen das 60. Jubiläum des Jagdhornbläsercorps nachfeiern.

Auszeichnungen

Geehrt wurden zahlreiche Mitglieder. Für 50 Jahre Bläsertreue: Winfried Bayer, Anton Ringel, Klaus Philipp und Arnold Schneider; für 40 Jahre: Eva-Maria Klar, Günter Hofmann, Günter Münch, Hermann Kraus (inzwischen verstorben) und Ludwig Stöhr; 25 Jahre sind dabei: Steffen Lipfert, Bernd Kupferer, Ute Kupfer und Jörg Zehner. Eine besondere Auszeichnung erhielt Arnold Schneider: Nach mehr als 30 Jahren als technischer und musikalischer Leiter des Kreisgruppen-Bläsercorps wurde er zum Ehrenhornmeister ernannt.

An diesem Abend ging aber auch eine Ära zu Ende: Die des Jagdhornbläsercorps. Nach über 60 Jahren hat sich die Bläsergruppe aufgelöst. Für Arnold Schneider ein Anlass, Rückschau zu halten auf eine Jagdhorngruppe, die es in den vielen Jahrzehnten nicht zuletzt als ihre Aufgabe sah, mit ihren musikalischen Darbietungen einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, dass die Jagd ein altüberkommenes Kulturgut darstellt und erhalten bleiben soll.

1958 war ihre Gründung im ehemaligen Gasthaus Fürst in Heiligenstadt unter der Leitung von Georg Schlauch . Damals für die BJV-Gruppe Ebermannstadt. Die Waidmänner Hans Wunder, Georg Herbst, Fritz Ott, Friedrich Schürer, Stefan Götz und Otmar Münch machten mit. Letzterer ist heute noch das einzige lebende Gründungsmitglied. In den folgenden Jahren gab es dann immer wieder musikbegeisterte Waidkameraden, die das jagdliche Brauchtum , das Jagdhornbläserwesen, sicherstellten. So schloss sich 1967 eine feste Gruppe unter der Leitung von Georg Dormann zusammen. Geprobt wurde auf dem Schützenkeller in Forchheim. Als Auswirkung der Kreisgebietsreform 1972 entstand schließlich das Bläsercorps der BJV-Kreisgruppe Forchheim, das Stefan Götz als Obmann für jagdliches Brauchtum und Hermann Dippold als technischer Leiter geführt haben. Und der Erfolg blieb nicht aus. Alsbald stellten sich zur Männerdomäne einige junge Frauen ein. Man nahm 1974 am fränkischen Jagdhornbläsertreffen mit Wertungsblasen in Schloss Tambach teil und 1977 wurde eine Es-Parforce-Horngruppe gebildet, um Hubertusmessen aufführen zu können. 1993 übernahm Arnold Schneider die musikalischen Geschicke des Bläsercorps. Unzählige öffentliche Auftritte folgten bei Festen , Konzerten, Jubiläen sowie Hochzeiten und Trauerfeiern ; bei Landesbläserwettbewerben holte man sich Gold und Silber. Für die vielen Proben habe man sich 30 Jahre lang im Weilersbacher Gasthaus Schütz wohlgefühlt, sagte Schneider.

Weitere Bläsergruppen kamen dazu

Um Einsätze hatte man sich keine Sorgen machen müssen. Da der Landkreis Forchheim in neun Rehwild-Hegegemeinschaften eingeteilt ist, haben sich im Laufe der Zeit weitere Bläsergruppen gebildet, die eine große Stütze des Bläsercorps der BJV-Kreisgruppe sind. Wie Schneider versicherte, ist trotz Auflösung des BJV-Bläsercorps, die altersbedingt geschah, das Jagdhornbläserwesen im Bereich der Kreisgruppe Forchheim sichergestellt.

Begonnen hatte der stimmungsvolle Abend, durch den Obmann Kaul führte, mit Grußworten des Vorsitzendem Hans-Jürgen Dittmann und des Kreisjagdberaters Erich Fiedler sowie einer musikalischen Begrüßung durch die BJV-Nachwuchsbläser, die die Feier unter Ute Kupfer und Jörg Zehner mit Musik umrahmten. Heidi Amon