Für den Sommer ist wieder ein hoher Befallsdruck durch Fichtenborkenkäfer zu erwarten. Deshalb appelliert das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg (AELF) an die Waldbesitzer, ihre Fichtenwälder in der warmen Jahreszeit regelmäßig zu kontrollieren und erkannten Befall umgehend einzuschlagen. Da höhere Käferholzmengen anfallen werden, wurde das sogenannte Forstschädenausgleichsgesetz in Kraft gesetzt und der Einschlag in frischer Fichte beschränkt.

Bohrmehl

Zwar war das Frühjahr ungewöhnlich kühl und feucht. Das habe laut AELF zwar die Entwicklung der Borkenkäfer etwas verzögert. „Aufgrund der trocken-heißen Sommer der letzten drei Jahre hat sich eine äußerst hohe Käferpopulation aufgebaut. Und die wird jetzt im Sommer bei entsprechend warmer Witterung aktiv. Das kühle Wetter hat den Käfern leider nicht geschadet“, stellt Forstamtsrat Michael Bug vom Forstrevier Pretzfeld fest.

Gerade in den nächsten Tagen und Wochen legen die Altkäfer, die überwintert haben, neue Bohrgänge unter der Fichtenrinde an. „Dabei entsteht braunes Bohrmehl, das vom stehenden Stamm herunterrieselt und sich am Stammfuß ansammelt. Es schaut aus wie Schnupftabak und verrät die Käfer, die oben zugange sind“, erklärt Michael Bug. Er appelliert deshalb an die Waldbesitzer, gerade jetzt in den nächsten warmen Tagen ihre Fichtenwälder nach Bohrmehl sorgfältig zu kontrollieren und diese Kontrollen am besten alle zwei bis drei Wochen im Sommer zu wiederholen.

Bekämpfung

Erkannter Befall muss umgehend eingeschlagen werden. Das Holz sollte möglichst schnell abgefahren werden. Dabei können die Waldbesitzervereinigungen (WBV) im Landkreis Forchheim oder andere Dienstleister beim Einschlag die Waldbesitzer unterstützen.

Geschäftsführer Matthias Kraft von der WBV Fränkische Schweiz unterstreicht: „Wir können Unternehmer zum Einschlag der Käferhölzer einsetzen und das Käferholz gut vermarkten. Derzeit besteht eine hohe Nachfrage auch nach Käferholz. Bei einer solchen Aktion bleibt nach Abzug der Holzerntekosten sogar ein schöner Gewinn übrig.“

Wichtig sei t jedoch, dass der Käferbefall früh entdeckt werde und die Holzernte zügig durchgeführt werden könne. „Die WBV verfügt auch über Holzlagerplätze, die mehr als 500 Meter von Wäldern entfernt sind. Dorthin können Käferhölzer kurzfristig abtransportiert werden“, berichtet Matthias Kraft.

Der Revierleiter Michael Bug vom AELF ergänzt, dass insektizidfreie Käferbekämpfung je nach Aufwand mit fünf bis 30 Euro je Festmeter gefördert werden kann. Er erklärt: „Die Waldbesitzer sollten deshalb umgehend Kontakt mit ihrem zuständigen Revierleiter aufnehmen und die Förderung beantragen.“ Die Maßnahme müsse erledigt sein, bevor die Käfer aus den befallenen Stämmen wieder ausfliegen.

Das AELF Bamberg hat kurzzeitig zwei Borkenkäferfachkräfte eingestellt. Lukas Baden ist einer davon. Er wird zeitweise auch im Landkreis Forchheim die Revierleiter in Sachen Borkenkäfer unterstützen.

Angespannter Holzmarkt

Damit der Holzmarkt entlastet wird und für Käferholz aufnahmefähig bleibt, wurde deutschlandweit eine Einschlagsbeschränkung für frische Fichte erlassen. In dem Zeitraum 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 wird der Einschlag von frischer Fichte auf 85 Prozent der üblichen Nutzung beschränkt. Zuwiderhandlungen können eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit darstellen.

Schadholz und andere Baumarten sind von der Beschränkung nicht betroffen. Für nicht buchführungspflichtige kleinere Waldbesitzungen besteht eine Bagatellgrenze von 75 Festmetern je Waldbesitz. Genauere Hinweise können der Internetseite www.aelf-ba.bayern.de/forstwirtschaft/index.php entnommen werden.

Forstdirektor Michael Kreppel, Abteilungsleiter am AELF Bamberg, appelliert an die Waldbesitzer: „Seien Sie solidarisch mit ihren oberfränkischen Waldbesitzerkollegen und helfen Sie mit, den Holzmarkt von Frischholz zu entlasten, damit das Käferholz im Sommer weiterhin schnell verkauft und abtransportiert werden kann!“ red