Das Verwaltungsgebäude der VG Effeltrich gehört einer Eigentümergemeinschaft aus der Gemeinde Effel­trich und der Verwaltungsgemeinschaft (VG) mit Poxdorf. Die Kommune hält etwa zwei Drittel, die VG eines. Das wurde beim Kauf des Gebäudes 1983 von der Obstbaumzucht- und Verkaufsgenossenschaft so im Grundbuch eingetragen. Das ist ungewöhnlich.

Meistens sind Verwaltungsgemeinschaften Mieter in einem Rathaus, das der Kommune gehört, in dem es liegt. Weshalb wurde das in Effeltrich anders geregelt? Das fragt sich auch Bürgermeister Peter Lepper (FW). Damals war er noch ein Schulbub. Er erinnert sich an ein Gebäude in der Hauptstraße als Rathaus. Deshalb fragte er bei älteren Mitbürgern nach. So erfuhr er, dass das Landratsamt einem Kauf des großen Gebäudes nur zustimmte, wenn Effeltrich es nicht allein erwerbe. Denn die Finanzlage des Ortes soll damals nicht gut gewesen sein, so dass man wohl befürchtete, der Ort überhebe sich mit dem Erwerb.

Inzwischen ist das anders; Effeltrich hat sogar Rücklagen bilden können. Der Kaufpreis betrug damals 1,3 Millionen DM. Davon übernahm Poxdorf als der kleinere Partner in der VG 122 000 Mark.

Vor knapp 40 Jahren konnte man sich wohl auch nicht vorstellen, wie viele Aufgaben in einiger Zeit die VG übernimmt und wie viel Personal sie dafür braucht. Damals „teilte“ man das Haus, in dem nur zwei Stockwerke ausgebaut waren, nach der zu erwartenden Nutzung. Die der VG legte man auf ein Drittel fest. Heute ist es umgekehrt: Die VG nutzt um die zwei Drittel.

Nun steht der barrierefreie Umbau des Gebäudes an und damit die Frage, wer wie viel der Kosten von gut 1,5 Millionen Euro zu tragen hat. Sowohl der Gemeinderat von Effeltrich als auch der von Poxdorf machten Vorschläge.

Der erste Gedanke war, die Kostenbeteiligung nach dem Eigentumsanteilen festzulegen (Variante 1). Ohne einen Ausgleich für die Nutzung von zwei Dritteln des Gebäudes schien das dem Effeltricher Rat keine gute Lösung. In der Sitzung vom 8. März beschloss er mit 9:4 Stimmen: Die Eigentumsverhältnisse werden beibehalten. Die VG zahlt für die mehrgenutzte Fläche eine ortsübliche Miete . Die Summe läge bei rund 1400 Euro im Monat (Variante 1.1).

Dem Poxdorfer Vorschlag, die Kostenbeteiligung wie auch die Eigentumsverhältnisse richten sich nach der tatsächlichen Nutzung, konnte in Effeltrich niemand etwas abgewinnen. Dafür schlug man den Poxdorfern noch zwei weitere Varianten vor. Nr. 3: Effeltrich wird Alleineigentümer, die VG mietet sich ein und Poxdorf wird sein indirekter Anteil (Wert: knapp 100 000 Euro) ausbezahlt. Diese Variante erhielt bei der Abstimmung in Effeltrich nur vier Ja-Stimmen. Ebenso war es bei der Variante 4, bei der die VG Alleineigentümerin werden sollte.

Der Poxdorfer Rat signalisierte, dass er sich mit Variante 3 anfreunden könne, wenn es einen ausgewogenen Mietvertrag für die VG gäbe. Der Ball ist nun wieder bei Effeltrich . Dort ist die nächste Sitzung für den 12. Mai anberaumt.