Lukas Badum (Haifa) und Tobias Renker (Hausen) organisierten am vergangenen Samstag eine Mahnwache zu „Solidarität mit Israel und den Juden in Deutschland“. Da, wo sonst alljährlich im November die Erinnerungsfeiern an die Reichspogromnacht stattfinden am Denkmal der durch Nationalsozialisten zerstörten Forchheimer Synagoge in der Wiesentstraße.

Rund 35 Teilnehmern erklärte Badum, der früher mal ein Jahr als Volontär bei Tel Aviv in einer Behinderteneinrichtung gearbeitet hatte und aktuell mit Frau Susanne und Tochter auf dem Campus der israelischen Universität in Haifa mit Kommilitonen arabischer Herkunft lebt, das Anliegen der beiden jungen Männer. Es gehe darum, „aktiv für politische und gesellschaftliche Unterstützung Israels von deutscher Seite“ einzutreten; zudem um faire und objektive Berichterstattung über Vorgänge im Nahen Osten und das Recht auf freie Religionsausübung und Meinungsäußerung.

„Wir sind erschüttert über schamlosen Judenhass in deutschen Städten und strategisch durchgeführten Raketenterror unvorstellbaren Ausmaßes im Land der Bibel“.

Franz Renker, Hausens Alt-Bürgermeister und Vorstandsmitglied im Freundes- und Förderkreis der Synagoge Ermreuth, rief ebenso wie Sohn Tobias auf, Zivilcourage zu zeigen gegen offenen Judenhass . „Israelkritik“ dürfe ebenso wenig getarnt werden als Judenhass wie Verleumdungen des demokratischen Staates Israel als „Apartheid-Staat“.

Tatkräftige Unterstützung leisteten auch die Eltern von Lukas Badum, Ursula und Georg Badum, alteingesessene Forchheimer Bürger und Freunde Israels: „Jetzt ist die Zeit, das ,Nie wieder’, oft und gerne an Gedenkfeiern geäußertes Votum, mit Taten zu füllen und deutliche Zeichen zu setzen gegen jahrhundertealtes Unrecht Juden gegenüber!“

Sprachlos mache die Tatsache, dass mit deutschen Steuergeldern in Millionenhöhe der furchtbare Terror gegen Israel durch die Hamas unterstützt werde. Immer wieder bestätigten die Teilnehmer der Mahnwache mit kräftigem Applaus die Solidaritätsbekundungen; Israelflaggen und Schilder mit Aufschriften wie „Gegen Judenhass auf deutschen Straßen“ und „We stand with Israel“ demonstrierten in der Forchheimer Öffentlichkeit: „Als Christen stehen wir an der Seite Israels im Bewusstsein: Gott hat sein am Berg Sinai einst erwähltes Volk niemals verworfen!“

Hebräische Musik und Psalmgebete umrahmten die Mahnwache, bei der auch Polizisten lautstarken Störern entgegentreten mussten. Ein Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche, Martin Kühn (Dekanat Gräfenberg), immer wieder auch geistlicher Begleiter auf Israel-Reisen, erinnerte auch als Mitglied des Synagoge-Ermreuth-Vereins an einen französischen Historiker: „Man ehrt tote Juden , um die lebenden besser vergessen zu können.“

Hunderte Voraussagen der Bibel im Blick auf Gottes erwähltes Volk hätten sich bewahrheitet. Nach Worten von Jesus kommt „das Heil von den Juden “. Der Jude Jesus von Nazareth ist, wie im christlichen Glaubensbekenntnis formuliert, der Retter und Erlöser. Der „ Christus “, für die Juden der prophezeite „Messias“. Jesus verbinde Christen aller Nationen mit Juden in aller Welt. Pfarrer Kühn: „Unsere Wurzel ist das vom Schöpfergott erwählte Bundesvolk Israel – wir Christus-Nachfolger sind als neues Volk von Brüdern und Schwestern dem alten Volk aufgepfropft.“

Grußwort von Lisa Badum

Die Forchheimer Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Grüne) dankte im vom Bruder verlesenen Grußwort allen, „die mit ihrer Anwesenheit ein deutliches Zeichen setzen“. Durch Verschärfen des Strafrechts, um beispielsweise das Verbrennen von Flaggen und auch Hass und Hetze stärker zu ahnden, müsse allen klargemacht werden: „Wir überlassen dem Antisemitismus keinen Fußbreit Boden! Null Toleranz!“ Israels Existenzrecht gehöre zur deutschen Staatsräson; es reiche nicht, „lauwarm an der Seite Israels zu stehen“, sondern einhundertprozentig, habe doch gerade Deutschland eine besondere Verantwortung für die Sicherheit des einzigen demokratischen Staates im Nahen Osten. red