Zum Artikel „Unversöhnliche Positionen“ vom 24. Juni 2021:

Es ist uns ein großes Bedürfnis, zu folgender Passage Stellung zu nehmen: (…) Weiter fragte er [Bernd Drummer]: „Es stellt sich die Frage, wie ehrlich mit den Bürgern am Gaubach umgegangen wird, wenn die gebeten werden, das Bürgerbegehren zu unterschreiben. Wissen die von den Vorschlägen der Initiatoren?“ Dann äußerte Drummer: „Ich – und das ist meine persönliche Meinung – würde mir, so drastisch muss ich das formulieren, verarscht vorkommen, aber das muss jeder für sich einschätzen.“

Wir fühlen uns durchaus verarscht, aber nicht von den Initiatoren der Bürgerinitiative (BI). Das von der BI initiierte Bürgerbegehren hat – bereits zum zweiten Mal – die gesetzlich notwendigen Stimmen erhalten. Demzufolge scheint bei den Bürgern – und nicht nur bei denen „vom Gaubach“ – ein sehr hohes Interesse daran zu bestehen, einen geeigneten Standort für die Errichtung eines Mobilfunkmastes mit der geringstmöglichen Strahlenbelastung für die Bürger zu finden.

Statt dieses Anliegen ernst zu nehmen, wurde ein formaler Fehler des Begehrens genutzt, um nach der Ablehnung schnell Fakten durch die Mietvertragsunterzeichnung zu schaffen. Damit wurde der durch das Begehren ausgedrückte Wunsch der unterzeichnenden Bürger grob missachtet.

Aufgrund dieses Vorgehens fühlen wir uns – um bei der Wortwahl des Bürgermeisters zu bleiben – wirklich verarscht. Wir haben das Begehren nicht unterschrieben, „weil wir falsch informiert wurden“, sondern weil wir dessen Inhalt in allem befürworten und diese Initiative unterstützen.

Falls das Resultat ein anderer Standort als der zuletzt entschiedene (und leider bereits vertraglich festgehaltene) an der Langenlohe gewesen wäre, dann wäre es das Ergebnis eines demokratischen Prozesses. Jeder einzelne Unterzeichner dieses Begehrens ist ein mündiger und informierter Bürger unserer Gemeinde und weiß um die möglichen Konsequenzen, die dieses Begehren eventuell nach sich ziehen kann.

Diese Freiheit, über gesetzlich verankerte Bürgerbegehren mitwirken zu können, sollte jedem Bürger zugestanden werden – sogar, wenn er am Gaubach wohnt. Und abschließend stellt sich uns die Frage, wie ein Bürgermeister die Bürger seines eigenen Ortsteils derartig diskreditieren kann.

Familien Bauer, Lehmeyer,

Schmid und Seemann

Wiesenthau