In Forchheim sind 600 Unterschriften für die Zulassung des Volksbegehrens „Radentscheid Bayern“ eingegangen. In Baiersdorf haben exakt 221 Bürger dafür unterschrieben.

Das Bündnis „Radentscheid Bayern“ hatte von Mitte Juni bis Ende Oktober in allen bayerischen Gemeinden Unterschriften für die Zulassung des Volksbegehrens gesammelt. Landesweit unterzeichneten rund 100.000 Menschen.

Die Forchheimer Bürgermeisterin Annette Prechtel nahm vor dem Wahlamt in der Sattlertorstraße symbolisch von den örtlichen Koordinatoren der Initiative, Frank Wessel und Gerhard Krahl vom Automobilclub ADFC sowie Inge Pütz-Nobis (Grüne), die Unterschriftenbögen zur Prüfung durch die Stadtverwaltung entgegen. Prechtel freute sich laut Pressemitteilung der Stadt über die vielen abgegebenen Unterschriften : „Auch in Forchheim muss das Verkehrsnetz fahrradfreundlich werden. Dafür müssen wir noch viel in die Radinfrastruktur investieren und können jede Unterstützung durch den Freistaat Bayern brauchen.“

In über 100 Städten und Gemeinden übergaben Radentscheidaktive Unterschriftenbögen zur Prüfung. Gültig sind alle Unterschriften von Wahlberechtigten zur bayerischen Landtagswahl. Im Anschluss an die Prüfung durch die Kommunen gehen die Unterschriften an das Innenministerium, das über die Zulassung für das eigentliche Volksbegehren entscheiden wird. Voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2023 sind die Menschen in Bayern dann aufgerufen, sich in ihrem Rathaus für den Radentscheid Bayern einzutragen.

Das Bündnis Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ wurde vom ADFC und Verkehrsclub VCD sowie elf bayerischen kommunalen Radentscheiden (unter anderem Bamberg, Bayreuth, Erlangen, und Nürnberg) gegründet. Unterstützt wird es vom Bund Naturschutz und fünf politischen Parteien.

Ziele sind unter anderem, den Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr bis 2030 bayernweit auf 25 Prozent zu steigern, eine sichere und möglichst kreuzungsfreie Radverkehrsführung zu erreichen, die „Vision Zero“ (keine Verkehrstoten mehr) zu verfolgen, der vorrangige Ausbau des umweltfreundlichen Verkehrs, kreuzungsfreie Überlandradwege (Radschnellverbindungen) und die Abwägung der Flächenversiegelung für den Verkehr.

In Baiersdorf wurden die Unterschriften an Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Odörfer übergeben. Auch sie begrüßte die Initiative für ein bayerisches Radgesetz. „Radverkehrsplanung muss über Gemeindegrenzen hinweg gedacht werden. Dies sehen wir hier in Baiersdorf immer wieder, denn viele schon vom Stadtrat auf den Weg gebrachte Verbesserungen im Radwegenetz sind ohne die Beteiligung des Landkreises oder der Nachbargemeinden nicht umsetzbar.“

Von Nürnberg nach Bamberg

Auch ein Großprojekt wie der Metropolradweg von Nürnberg nach Bamberg sei für die Kommunen alleine nicht zu stemmen. Hier wünscht sich Baiersdorf ebenso wie viele weitere Gemeinden Unterstützung vom Freistaat bei der Planung und Finanzierung. „Wir sind begeistert darüber, wie viel Unterstützung und positive Resonanz der Radentscheid in Baiersdorf und in ganz Bayern erfahren hat“, betonen Barbara Hümmer, Thomas Voit und Michael Staufer als lokale Vertreter für den Radentscheid Bayern. red