Im Corona-Jahr sind viele Wohnmobile durch die Fränkische Schweiz gefahren und haben hier geparkt – auch wild. Müll als eine der negativen Folgen war nicht zu übersehen. Eine Arbeitsgruppe in der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) Fränkische Schweiz hat ein Konzept erarbeitet, wie solche Wohnmobil-Ströme gelenkt werden können, damit es kein unerlaubtes Zuparken in der Natur mehr gibt. Auch die Gemeinde Kunreuth als Mitgliede der ILE wurde bewertet und hat sich nun in der Gemeinderatsitzung mit dem Thema beschäftigt.

Das Thema beginnt mit der Suche nach einem geeigneten Platz für Stellplätze. „Von fünf Standorten wären hinsichtlich der Mindestanforderungen an die Versorgungsinfrastruktur derzeit nur zwei sinnvoll ausbaubar“, sagt Bürgermeister Ernst Strian (Demokratie). Kontrovers wurde das Thema in der Sitzung diskutiert. Kunreuth habe keinen geeigneten Stellplatz, findet Edwin Rank (CSU/Bürgerblock) – zumindest keinen, um ausreichend Stellplätze anbieten zu können. Denn entweder werde der Stellplatz professionell betrieben, dann brauche es viele Stellplätze, oder es bleibe wie bisher, dass sich die Touristen mit ihrem Wohnmobil wieder auf irgendeinen Platz stellen. „ Kunreuth ist nicht so attraktiv, dass sich die Leute mit ihrem Wohnmobil hinstellen“, findet Rank. Natürlich sei es für Orte in der Fränkischen Schweiz sinnvoll, das zu kanalisieren, meint Bernd Wohlhöfer (Bürgerliste Ermreus): „ Kunreuth ist nicht das Zentrum der Fränkischen Schweiz. Bisher kamen nicht übermäßig viele Wohnmobile, die wild campen.“

Damit wollten aber beide das Konzept der Arbeitsgruppe nicht schlechtreden. Nur für die eigene Gemeinde sehen sie keinen Bedarf. Denn die gemeindlichen Flächen würden nicht über die Infrastruktur verfügen: Damit ist der Wasser- und Abwasseranschluss gemeint.

Abgesehen davon: Einen privat betriebenen Wohnmobilstellplatz gibt es in der Gemeinde bereits. Das sorge durchaus für Ärger bei den Anwohnern, durch den Lärm und die Müllproblematik. Bürgermeister Strian nimmt das Thema auf die Agenda der Gemeindeklausurtagung im November.