Zur Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes der Ehrenbach-Weilersbach-Gruppe waren mit Max Brust vom Büro Weyrauther und Christian Dremel von Höhnen & Partner gleich zwei Ingenieure aus Bamberg nach Kirchehrenbach gekommen. Brust referierte zum Sachstand der Sanierung der Weißenbacher Straße in Weilersbach und zum Neubau eines Regenrückhaltebeckens für Reifenberg, und Dremel stellte die geplanten Sanierungsmaßnahmen in der oberen Sportplatzstraße in Kirchehrenbach vor.

Wie am Schnürchen

In der Weißenbacher Straße in Weilersbach, in der seit 2021 gebaut wird, verläuft alles nach Plan. Verlegt sind 545 Meter Wasserleitung , 800 Meter Regenwasserkanal und 665 Meter Mischwasserkanal. Auch liege man gut im Kostenrahmen, sagte der Planer. Bei geschätzten Gesamtkosten von 850.000 Euro wurden bisher 465.000 Euro abgerechnet. Auch die Anwohner machen laut Brust wunderbar mit. Am 8. April soll teilasphaltiert werden; ab Ostern folgt der nächste Abschnitt der Kanalleitung.

Probleme beim Regenrückhaltebecken

Während in Weilersbach alles nach Plan verläuft, wird es beim Einleiten des Niederschlagswassers aus Reifenberg in die Wiesent kompliziert. Hier fordert das zuständige Amt nun ein wesentlich größeres Regenrückhaltebecken im Reifenberger Graben. Das seit langem bestehende Becken hat 75 Kubikmeter Fassungsvermögen und reicht nicht mehr aus. Das neue muss mindestens 735 Kubikmeter fassen, also fast zehnmal mehr als das alte. Da sei auch mit dem Amt nicht zu verhandeln gewesen, um einen Kompromiss zu finden, sagte Ingenieur Brust. Er hatte versucht, eine andere Regenhäufigkeit anzusetzen, damit das neue Becken mit einer Wasserfläche von 550 Quadratmetern bei 80 Zentimetern Tiefe nicht so groß werden muss. „Keine Chance“, kommentierte der Planer. Denn wenn es auf dem Berg in Reifenberg stark regne, könnten pro Sekunde bis zu 200 Liter Wasser ins Tal rauschen. Ruckzuck seien dann die Äcker und Wiesen überschwemmt, was nicht sein dürfe, weil man Fremdwasser nicht auf fremden Grund ableiten darf.

Zwei Probleme tauchen auf

Für ein größeres Regenrückhaltebecken gibt es zwei Probleme . Dort, wo es gebaut werden könnte, ist alles Privatgrund und teilweise geschütztes Biotop. Bürgermeister Marco Friepes hat mit den Anliegern gesprochen. Einer sei eventuell bereit, sein Grundstück an die Gemeinde zu verkaufen. „Es ist aber noch nichts fix, und nur einer der wenigen Eigentümer wäre dazu bereit“, erläuterte Friepes.

Brust präsentierte vier mögliche Varianten. Die Kosten liegen zwischen 310.000 und 470.000 Euro . Brust warnte jedoch vor den Kostenschätzungen. Die Baupreise änderten sich fast täglich, und zwar nicht nach unten, sondern deutlich nach oben hin. Die Kostenschätzungen seien Stand Januar dieses Jahres. Inzwischen habe sich vieles verteuert, manches sei gar explodiert, so der Planer.

Bis 31. März wollten die Behörden den Entwurf haben. Der Verband hat aber bereits drei Monate Fristverlängerung beantragt. Favorisiert wird offensichtlich die günstigste Lösung mit 310.000 Euro . Das wäre ein Bau mit Eingriff in das Biotop, jedoch mit einem darüber liegenden Becken. Geringfügige Eingriffe in das Biotop sind mit der Naturschutzbehörde bereits abgeklärt, wie mitgeteilt wurde.

Das Projekt Sportplatzstraße

Zur oberen Sportplatzstraße in Kirchehrenbach informierte Planer Christian Dremel, dass diese Trasse schon seit 2007 sanierungsbedürftig sei. Es wird nun alles neu gemacht: Straße, Kanal und Wasserleitung bis zum Waldrand. Die Wasserleitung ist bereits erneuert worden.

Der Kanal wird in den öffentlichen Grund umverlegt, und die acht Hausanschlüsse bis zu den Grundstücken werden erneuert. Die 282 Meter lange neue Kanalleitung wird auf rund 223.000 Euro geschätzt. „Der Markt ist sehr diffus und in zwei Monaten kann ich vielleicht mehr sagen“, warnte auch Christian Dremel vor der Kostenschätzung.

Dremel hofft, dass im Juni der Auftrag für das Projekt vergeben werden kann.