Neunkirchen am Brand baut eine neue Grundschule. Für diese Hochbaumaßnahme wurden die Fördermittel beantragt. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates einstimmig beschlossen.

Die Kosten des Gebäudes werden in einer separaten Sitzung diskutiert, denn „diese bedürfen der Nacharbeit. Sie sind nach oben gegangen“, sagt Bürgermeister Martin Walz auf Anfrage. Genau kalkulierte Kosten gebe es noch nicht. Bei den bisherigen Summen sei immer von Schätzgrößen die Rede gewesen. „Diese waren fachlich zu niedrig angesetzt“, erklärt Walz.

Die geschätzten Kosten hätten sich auf 27 Millionen Euro belaufen, nun sei bereits von 32 Millionen Euro die Rede. Es seien einzelne Posten, die einfach unter dem Marktpreis angesetzt gewesen seien. Bei den Außenanlagen beispielsweise oder bei der Technik. Aber: „In der Summe tut es weh“, sagt Walz.

Diese Kalkulation wird nun nächste Woche in der Grundschulausschusssitzung genauer unter die Lupe genommen. Erst dann geht es in eine Detailplanung. Somit wird der Kostendiskussion ein eigener Abend eingeräumt. Die Förderanträge wurden schon mal beschlossen – einstimmig.

Eine längere Diskussion gab es hingegen bei einem Punkt, der eigentlich reine Formsache sein sollte: der Erlaubnis, beim Anschluss der Mittelschule an das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Hemmerleingelände über Gemeindegrund zu gehen. Die Entscheidung für den Anschluss wurde in der Schulverbandssitzung getroffen. Schon dass darüber kein Austausch stattgefunden habe, obwohl ein Gemeinderatsmitglied auch Verbandsmitglied sei, missfalle der Fraktion der Grünen, sagt Werner Kruckow (Grüne) auf Anfrage. Das sei aber nur ein Grund, dem Antrag nicht zuzustimmen. Die Mittelschule wird laut Kruckow bislang über eine Gas-Hackschnitzelheizung im Verhältnis zwei zu eins betrieben. „Die Hackschnitzelheizung ist wartungsaufwendig, jedoch ökologisch “, sagt Kruckow. Die Kita, die noch gebaut wird, soll – so ein Gemeinderatsbeschluss – an die Wärmeversorgung der Mittelschule anbinden. „Wir suchen eine ökologische und zukunftsweisende Lösung für die Wärmeversorgung der Mittelschule “, sagt Kruckow. Die Grünen möchten deshalb alles tun, damit die Wärmeversorgung CO2 -neutral gehalten wird. „Die Erdgasbasis ist für uns untragbar, auch die Abhängigkeit vom Gaspreis “, betont Kruckow. Im Sinne des Klimaschutzes gehe diese Lösung nicht, findet der Grünen-Sprecher.

Bei dem Antrag ging es jedoch darum, die Leitung über Gemeindegrund zu verlegen. Die Mehrheit der Räte sah in der Ablehnung der Grünen eher eine politische Lage. „Wir können unseren Bürgern nicht sagen, schließt an, und lassen das hier nicht zu“, sagt Bürgermeister Martin Walz auf Anfrage. Das Blockkraftheizwerk werde mit Gas betrieben, es erzeuge Strom und diese Energie werde zum Heizen verwendet. Der Strom werde also ins Netz eingespeist. „Man nutzt die Energie doppelt“, sagt Walz.

Die große Mehrheit des Gemeinderates hielt die Entscheidung für richtig. Die Grünen-Fraktion hingegen bescheinigte dem Schulverband eine schlechte Umweltpolitik . Das wurde ins Sitzungsprotokoll aufgenommen. „Mit der Genehmigung, den Gemeindegrund zur Verfügung zu stellen, wird auch der Anschluss an das Erdgas genehmigt“, erklärte Kruckow die Entscheidung der Grünen, den Antrag nicht zu befürworten. Mit drei Gegenstimmen wurde der Mittelschule erlaubt, über Gemeindegrund anzuschließen.