Schwierig gestaltet sich der Einbau der neuen WC-Anlagen im Zuge des Effeltricher Rathausumbaus. Wie das Planungsbüro erklärte, wird durch die bisher beschlossenen technischen Einrichtungen im Rathaus ein Technikraum in der Größenordnung von neun Quadratmetern erforderlich.

Dadurch fallen im Erdgeschoss Räume sowie die Toiletten weg und müssen umgeplant werden. Vier Vorschläge hatte das Planungsbüro für die Gestaltung moderner WC-Anlagen mit den entsprechenden Kosten ausgearbeitet. Bei der Abstimmung lehnte der Gemeinderat alle vier Vorschläge mehrheitlich ab.

Überrascht von der Abstimmung

Bürgermeister Peter Lepper und auch die Räte waren überrascht vom Ergebnis. So bleibt den Räten nichts weiter übrig, als in der nächsten Sitzung das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu nehmen und dazu einen Behindertenbeauftragten einzuladen, der erläutert, wie wichtig ein Behinderten-WC ist.

In Vorschlag 1 des Planungsbüros werden Herren-WC und Behinderten-WC zusammengeschlossen, die Damentoilette wird hinter dem Aufzug errichtet – Kosten 167.575 Euro . Vorschlag 2: Herren-WC und Behinderten-WC werden im Genossenschaftsbüro gebaut, ebenso das Damen-WC. Hier gäbe es auch Fenster. Hinter dem Aufzug entstünde eine Garderobe und ein neues Büro. Vorteil wäre hier, dass Platz für ein größeres Lager wäre – Kosten 186.741 Euro .

Vorschlag 3 wäre wie Nummer 2 mit dem Unterschied, dass das Behinderten-WC separat und das Lager etwas kleiner wäre – Kosten 202.190 Euro . Vorschlag 4 gestaltete sich wie Nummer 1, allerdings nur mit Unisex-Toiletten.

In der Diskussion wurden die gegensätzlichen Ansichten zu den einzelnen Vorschlägen sehr deutlich. Die Ratsmitglieder Johannes Steinert und Oswald Werner verwiesen darauf, dass Behinderten-WC und Herren-WC getrennt werden müssten, da es auch weibliche Rollstuhlfahrer gebe.

Bürgermeister Peter Lepper hält den Rathausumbau für eine Investition in die Zukunft der nächsten 30 bis 40 Jahre. Kathrin Heimann hielt es nicht für praktikabel, das Foyer zu verbauen. Dies sei mit dem Einbau des Aufzugs schon geschehen, antwortete ein Ratsmitglied. Die Aufgaben der Verwaltung würden in der Zukunft nicht weniger, meinte Lepper und erklärte: „Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wo wir neues Personal unterbringen.“

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Friedhofsanierung Gaiganz

228.250 Euro wird der WC-Anbau im Rahmen der Friedhofsanierung in Gaiganz kosten, berichtete Architekt Norbert Siewertsen in der Gemeinderatssitzung. Der Rohbau ist inzwischen fertiggestellt und Türen und Fenster sind bestellt. Bei den Erdarbeiten wurden eine Sickergrube sowie ein Revisionsschacht gefunden, welche Mehrkosten verursacht hätten. Trotz dieser Mehrkosten sei die Kostenschätzung nur unwesentlich überschritten worden.

Aus dem Ratsgremium wurde gefragt, warum die Fertigstellung der WC-Anlage so lange dauere. Planer Siewertsen antwortete, dass es momentan sehr schwierig sei, Firmen zu finden, die freie Kapazitäten hätten.

Er verkündete: „Wir sind dennoch sicher, dass es gelingen wird, die Anlage in diesem Jahr fertigzustellen.“

Das Gremium nahm die Projektvorstellung mit Erläuterung der Kostenermittlung zur Kenntnis.