Zuerst kündigte das Unternehmen Vodafone an, auf der Lagerhalle im Tal im Laufe des Jahres den Mobilfunk mit 5G aufzurüsten, schon liegt den Gemeinderäten von Hiltpoltstein eine weitere Baumaßnahme vor: dieses Mal auf der Burg von der Firma Telefonica, zu der der Telefonanbieter O2 gehört.

„Wir können das nur zur Kenntnis nehmen“, sagt Gemeinderätin Gisela Geldner (FW). Sie habe damit kein Problem, obwohl sie in unmittelbarer Nähe der Burg lebt. Zu 5G gibt es im Ort unterschiedliche Meinungen. Manche sind vehement dagegen, andere unbedingt dafür.

Intensiv mit dem Thema beschäftigt hat sich dann die Gemeinderätin . „Mir persönlich würde 3G reichen, doch die Selbstständigen, die ihre Arbeit damit bestreiten müssen, für sie sind beste Anschlüsse enorm wichtig“, sagt Geldner. Warum also kein 5G im Ort? In den Städten werde darüber keine Diskussion geführt. „Wir wollen auch, dass unsere Gewerbebetriebe gut versorgt sind“, betont Geldner.

Auch die Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer (BFH), die mit Zustimmung der Gemeinderäte einen auf Mobilfunk spezialisierten Gutachter ins Boot holte, um geeignete Standorte in der Gemeinde aufzuzeigen, hat gegen die Aufrüstung auf 5G auf der Burg keine Einwände. „Wir können nichts ändern und wir müssen es irgendwo auch zulassen“, betont die Gemeindechefin .

Der Grund für die Ablehnung der Antennen auf der Lagerhalle des Agrarbetriebs und die gegenteiligen Meinung für die Antenne auf der Burg ist die Strahlung. „Der Standort auf der Burg ist hoch über den Dächern und somit relativ unbedenklich im Gegensatz zum Standort Lagerhalle in der Senke. Er strahlt wie ein Pilz“, erklärt Schulze-Bauer. Durch den ungünstigen Strahlungswinkel aus der Senke heraus würde sich der Funk von der Lagerhalle direkt auf die Schule und Kita richten.

Die Bürgermeisterin hätte eigentlich gerne, dass alle drei Anbieter – Telekom , Vodafone und Telefonica – auf die Burg eine Antennenanlage bauen. Doch als die Anfrage der Mobilfunkanbieter bezüglich der Agrarlagerhalle kam, hatte sich die Gemeinde noch nicht so intensiv mit Mobilfunk befasst, erinnert sich Geldner. Erst als mit der Silberecke am Wanderparkplatz an der B 2 ein weiterer Vodafone-Standort im Gespräch war und Bürgereinwendungen kamen, wurde intensiv diskutiert und ein Gutachter beauftragt, Standorte zu suchen, wo die Masten nicht in Wohnortnähe aufgebaut werden können.

Doch auch dazu brauchten die Anbieter keine Genehmigung der Gemeinde, auch wenn sie manche Standorte nicht befürwortet. Bei der Burg jedenfalls hat der Gemeinderat keine Bedenken.