von unserem Mitarbeiter Josef Hellmann

Forchheim — Die Entscheidung in der Handball-Bezirksoberliga ist gefallen, der erhoffte erste Heimsieg in der Rückrunde blieb aus: Der HC Forchheim beendete die Spielzeit mit einer 26:27-Niederlage im Derby gegen die HSG Erlangen/Niederlindach, rutscht in der Tabelle von Rang sechs auf sieben ab und schließt exakt mit der gleichen Punktzahl wie im letzten Jahr (20:24) die Saison ab.

HC Forchheim -
HSG Erlangen/Niederl. 26:27
Anscheinend waren die HC-Akteure gedanklich schon bei der anschließenden Grillfete. Anders ist der maue Auftritt in den ersten sieben Minuten im Saison-Heimfinale nicht zu erklären. Die couragierten Gäste überrumpelten die Forchheimer mit einem Blitzstart und legten eine 6:1-Führung vor.
"Wir haben quasi in dieser Phase das Spiel verloren, denn unsere Aufholjagd zum 7:7 hat uns viel mentale Kraft gekostet", begründete Coach Dirk Samel die Niederlage. Hernach entwickelte sich eine spannende und intensiv geführte Partie auf Augenhöhe. Die Gäste legten die größere Siegermentalität an den Tag, setzten sich mit ihrer Dynamik vornehmlich in Eins-gegen-Eins-Aktionen durch und stießen dabei auf wenig Widerstand bei der zaghaften Defensive. Wie aggressiv die Gäste zu Werke gingen, bestätigt die Statistik: Drei Zeitstrafen und zehn Siebenmeter verursachten sie, der HC bekam keine Zeitstrafe und verschuldete nur drei Siebenmeter. Apropos Strafwürfe: Der HC vergab vier davon, dies rächte sich in der Endabrechnung in Form der knappen Niederlage. Dies war zugleich ein weiteres Indiz für die Abschlussschwäche, die sich im HC-Spiel wie ein roter Faden durch die Rückrunde zog.
Die Partie blieb auch im zweiten Abschnitt stets eng, wobei die Gäste vorlegten, der HC postwendend mit dem Gleichstand antwortete. Der spielentscheidende Moment war der vergebene Siebenmeter beim 24:25 (58.). Auch wenn die letzte Partie verloren ging, die HC-Handballer mit ihren treuen Fans ließen sich ihren siebten Rang nicht madig machen.

Überragende Hinrunde

Auch Trainer Dirk Samel bewertet die Spielzeit als durchaus positiv. "Wenn man berücksichtigt, welch personellen Aderlass wir verkraften mussten und sich den jungen Kader angesehen hat, dann musste man sich die Frage stellen: Ist die Mannschaft den Herausforderungen gewachsen? Unser Ziel war, auf keinen Fall in den Abstiegsstrudel zu geraten. Dies haben wir erreicht."
Der Grundstein zum Mittelfeldplatz wurde in der grandiosen Hinrunde gelegt. Das unbekümmerte Team spielte in der Vorrunde fast ständig am Limit, beeindruckte vor allem durch effektives Konterspiel und eine stabile Defensivarbeit. Der Wandel von der jungen Mannschaft zu einem gefürchteten Ligarivalen vollzog sich schnell und eindrucksvoll. Höhepunkte waren die Heimsiege gegen den Aufstiegsaspiranten TS Herzogenaurach und den hochkarätig besetzten OG Erlangen, die die Zuschauer regelrecht von den Sitzen riss. Die Mannschaft konnte in der Rückrunde damm aner nicht mehr glänzen. Sie erreichte nur zwei Auswärtssiege und zwei Remis. Die Gründe für die enttäuschende Halbserie sind vielfältig (Krankheit, berufliche Ausfälle und Urlaub).
Es bleibt daher die große Aufgabe von Trainer Dirk Samel, den eingeleiteten Entwicklungsprozess ohne Kompromisse auch in der kommenden Saison voranzutreiben.
HC Forchheim: Elsner, Albrecht; Engel (1), Sitzmann, Neumann (1), Ladwig, Mückusch (1), Sekolec (2), Kiesel (1), Hallmann (7/4), Gieck (1), Ochs (4), Hecht (7/2), Fürch (1)