von unserem Redaktionsmitglied 
Daniel Ruppert

Forchheim — Zum ersten Mal in dieser Bezirksoberliga-Saison erzielten die Handballerinnen des HC Forchheim 30 Tore. Und das ausgrechnet im Stadtderby gegen den SV Buckenhofen. Rund 200 Zuschauer wollten das Prestigeduell in der Realschulhalle sehen.
Trotz des vermeintlich klaren Ergebnisses war es ein spannendes Spiel.

HC Forchheim -
SV Buckenhofen 30:23

Die Zeiten, in denen sich Forchheimer und Buckenhofener Handballer nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln gönnten, sind längst vorbei. Heute gibt es im Vorbeigehen einen freundschaftlichen Klaps, der Gegenspielerin wird ohne zu zögern aufgeholfen. Das Derby überzeugt dafür mit Geschwindigkeit. "Es spricht für ein sehr schnelles Spiel, wenn so viele Tore fallen", meinte HC-Trainer Thomas Ihrke.
Seine Mannschaft nahm als erstes Tempo auf. Angeführt von Christina Walz gingen die offiziellen Gastgeberinnen mit 4:0 in Führung. Erst in der achten Minute gelang Katharina Anderl der erste Buckenhofener Treffer. Nach einer Viertelstunde hatten sich die "Buckis wieder herangekämpft (7:7). "Der Kampf hat gestimmt, obwohl es ein faires Spiel war", lobte SVB-Coach Hans-Jürgen Schellberg nach der Partie.
Doch der HC zog wieder davon. Nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Anderl und einem 4:0-Lauf hieß es 13:9. Die Gäste blieben auch diesmal dran, ließen sich von der Auszeit Ihrkes nicht aus dem Takt bringen. Und wer weiß, wie das Spiel weitergegangen wäre, wenn Miriam Neuners Wurf eine Sekunde vor statt nach der Sirene im Forchheimer Gehäuse eingeschlagen hätte. So blieb es beim 16:14-Halbzeitstand.
"In der zweiten Hälfte hatten wir keine Kraft mehr, da uns einige Spielerinnen gefehlt haben", beschrieb die Buckenhofenerin Annika Börner, was nach Wiederanpfiff passierte. Denn da vergrößerte Forchheim den Abstand Minute für Minute. Selbst in Unterzahl trafen die Gastgeber, während beim SVB das Pech dazu kam. So traf die Schellberg-Sieben mehrmals Aluminium und selbst vom Sieben-Meter-Punkt nicht ins Tor.
Bis zum 21:18 schien eine erneute Aufholjagd möglich, doch dann entschied der HC die Partie, indem er auf 24:18 erhöhte (48.). Doch die Heimmannschaft hatte noch nicht genug. "In den letzten zwölf Minuten hatten wir zu viele Fehlpässe", ärgerte sich Schellberg über sechs weitere Gegentreffer. Ausgerechnet Forchheims 30. und letztes Tor von Anna Gößwein drei Sekunden vor dem Schlusspfiff war ein Geschenk der Bucki-Keeperin. Den Sieg hatte sich der HC aber erarbeitet.
"Der Zusammenhalt war super, jeder hat die Fehler des anderen ausgebügelt", sagte Forchheims Torhüterin Katharina Heid. Ihr Trainer machte den klaren Sieg an der "vernünftigen Torausbeute" fest. "Vielleicht waren sie im Derby zusätzlich angestachelt. So etwas kann aber auch in die andere Richtung ausschlagen", meinte Ihrke, der womöglich schon an das Rückspiel im März dachte. "Nur in der ersten Halbzeit hatten wir mit den zwei großen Buckenhofenerinnen Probleme", kritisierte der Coach und lobte so indirekt Anderl und Neuner.

HC Forchheim: Heid, Simmerlein - Hannah Nemeth (1), Theresa Nemeth (2), Vesely (1), Sokol (1), Rösel (1), Gößwein (1), Walz (6/1), Molls (8/5), Dachwald (1), Kieser (6), Irnstorfer, Anja Sauer (2/1)
SV Buckenhofen: Krieg, Wilutzky - Knust (3), Katharina Anderl (4), Heinrich, Knauer (2), Börner (3), Weber, Miriam Neuner (10/5), Schroll, Henke, Krampert (1), Hanna Sauer