Wälder sind nicht nur Oasen der Erholung, sie dienen dem Wasserhaushalt und der Versorgung, sind Naturraum für Wildtiere und wichtig für das (regionale) Klima. "Wo stehen wir, wo stehen unsere Wälder, was geschieht mit der Biodiversität?", fragt sich da Förster Wilfried Pförtsch aus Forstleithen. Er sieht Handlungsbedarf darin, die Gesellschaft für den Klimawandel und die Situation der Wälder zu sensibilisieren. Zweitägige Workshops an den Volkshochschulen Kulmbach und Thurnau sollen helfen, Fragen zu beantworten und das Bewusstsein zu schärfen.

"Waldbesitzer verlieren Flächen aufgrund von Dürre", erklärt Pförtsch. Aufforsten sei daher wichtig, doch "wenn ich Bäume pflanze, dann wo und welche?" Sogenannte Pflanzscouts will er im Rahmen des Projekts "Von Grund auf - gemeinsam in den Wald der Zukunft" des Diözesan-Sachausschusses Land & Umwelt Bamberg schulen. "Natürlich ist man nach einem solchen Workshop kein ausgebildeter Spezialist", erklärt der Förster, schließlich habe er selbst nicht umsonst vier Jahre studiert und könne auf 30 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. "Im Idealfall will ich im Anschluss die Pflanzscouts und die Waldbesitzer zusammenbringen, damit ein fruchtbares Miteinander entstehen kann."

Die Pflanzscouts könnten etwa in Rücksprache mit Waldbesitzern Baumpflanzaktionen mit Gruppen durchführen, das können Jugendliche oder auch Firmenangehörige sein. "Wenn ein Förster die Pflanzaktionen begleiten könnte, wäre das am besten." Schließlich gelte es auch den richtigen Pflanzort für den jeweiligen Baum zu bestimmen. Darüber hinaus will Wilfried Pförtsch ein Brückenbauer sein und ein Netzwerk knüpfen. "Menschen sollen sich austauschen und über die gegenseitigen Nöte erfahren, wir alle sollten mehr voneinander wissen." Der Einzelne könne so mit der Pflanze als Lebewesen in Verbindung treten.

Wilfried Pförtsch, selbst zertifizierter Waldpädagoge, brennt für seinen Wald und bedauert, dass insbesondere viele junge Menschen kaum Erfahrungen in Sachen Wald haben. "Ich habe die Hoffnung, dass die Menschen den Klimawandel, der uns über die nächsten Jahrzehnte begleiten wird, ernster nehmen, wenn sie mehr darüber erfahren", sagt er. Und deswegen wolle er in seinen Workshops wissenschaftlich fundiert aufklären. "Der Klimawandel kommt schleichend, wir müssen das ernst nehmen. Wir stehen an einer Schwelle, an der wir uns darüber Gedanken machen müssen, welche Baumarten in unserer Region zukunftsfähig sind. "Die Esskastanie war beispielsweise einmal eines der Grundnahrungsmittel", erklärt Pförtsch. Ebenso lobt er das hervorragende Holz, das dem der Eiche nahekomme. up