von unserem Mitarbeiter Horst Wunner

Neudrossenfeld/Tekirdağ — Der Name verpflichtet: Wohl selten pflegt eine regionale Künstlervereinigung wie Focus-Europa mit Sitz in Neudrossenfeld, solche vielfältigen internationalen Kontakte. Nach Ausstellungen im ligurischen Arenzano, in Litauen, in Krakau und in der slowakischen Stadt Trnava folgt nun ein deutsch-türkisches Kulturtreffen im mehr als 2000 Kilometer entfernten Tekirdağ. Die Partnerstadt von Bayreuth liegt 130 Kilometer westlich von Istanbul am Marmarameer, es ist die weiteste Reise bisher.
So etwas muss gut vorbereitet sein. Daher war Vorsitzender Lutz-Benno Kracke vier Tage vor Ort, um alle Details zu regeln. Die Fahrt hat sich gelohnt, denn nach den vielen Gesprächen - mit Oberbürgermeister Ekrem Eskinat, Partnerschafts-Koordinator Mennan Yildirim und dem städtischen Kulturdirektor Suat Durmaz - gab es grünes Licht für das Projekt.
Die Vernissage findet am Samstag, 2. Mai, statt. Unter dem Motto "10 + 10 in Tekirdağ" werden 20 Künstler von Focus-Europa und aus Bayreuth zusammen mit türkischen Kollegen ausstellen, rund 120 Unikate zeigen, Gemälde der verschiedensten Stilrichtungen und Fotografien. "Wir wollen damit auch unsere Verbundenheit mit Tekirdağ vertiefen, denn bei unserer 7. International Contemporary Art im März 2013 auf der Plassenburg wurden die ersten Kontakte mit türkischen Künstlern geknüpft", sagte Lutz-Benno Kracke.

Schau mitten in der Stadt

Die bevorstehende Schau findet eine gute Plattform vor, weil sie auf einer großen Fläche am Eingang des Einkaufszentrums "Tekira" mitten im Herz der knapp 180 000 Einwohner-Metropole von Thrakien beginnt und nach einer Woche ins historische Kulturhaus unmittelbar am Marmarameer wechselt. Finissage ist am Freitag, 22. Mai.
Kracke: "Die Räume kommen uns entgegen, versprechen eine gute Resonanz, Focus-Europa wird dadurch bestimmt wieder eine Region Europas als Netzwerk-Partner gewinnen".
Er konnte sich auch ein Bild über das pulsierende kulturelle Leben der Stadt machen, sah eine Aufführung im Jugendtheater, das Jugendzentrum und museale Einrichtungen. Angetan war Kracke von der türkischen Gastfreundschaft, wobei sich Mennan Yildirim als "Türöffner" betätigte. Der Mann, der viele Jahre in Bayreuth lebte, zeigte sich als weltoffener Vermittler. "Grüßen Sie auch den Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm von mir und sagen Sie ihm, wie schön Franken ist", trug er dem Focus-Europa-Vorsitzenden noch auf.