Erlangen-Höchstadt — "Flüchtlinge willkommen": Das Projekt des Landkreises und des Kreisjugendringes (KJR) Erlangen-Höchstadt macht Schule. Jugendhilfeplaner und Familienbeauftragter Markus Hladik und KJR-Geschäftsführer Traugott Goßler haben es vor Kurzem in Münster bei einem Treffen der Spitzenvertreter von Jugendämtern aus ganz Deutschland vorgestellt, teilt das Landratsamt mit.
"Die Präsentation hat für einen Aha-Effekt gesorgt. Know-how und Konzept sind wegweisend für eine gute Betreuung und prima Integration. Das Modell Erlangen-Höchstadt eignet sich als Projekt-Schablone. Andere Jugendämter können hiervon profitieren", sagt Birgit Zeller. Die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter spricht von einer "enormen Herausforderung", die durch die wachsende Zahl minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge auf die Jugendämter zukomme.


Junge Leute sensibilisieren

Das Projekt "Flüchtlinge willkommen" fördert und unterstützt sowohl bereits laufende als auch neu initiierte Aktionen von Organisationen der Jugendarbeit, Schulen und Privatpersonen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Die Projektinitiatoren beraten, gewähren finanzielle Unterstützung und bieten Foren für gegenseitigen Austausch. "Wir wollen junge Menschen bis 27 über Hintergründe von Migration, Flucht und Asyl aufklären und dafür sensibilisieren", beschreibt Schirmherr Landrat Alexander Tritthart (CSU) das Projekt. Er hoffe, so den Dialog zu diesen Themen innerhalb der Gesellschaft zu fördern. "Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind auf unsere Hilfsbereitschaft angewiesen. Die bisherigen Erfahrungen haben uns gezeigt, dass es einen unglaublich hohen Willen gibt, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge zu engagieren. Das wollen wir würdigen und begleiten", betonte Tritthart.


Unterkunft und Sprachkurse

Die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter setzt ebenfalls auf die Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort. "Entscheidend ist, dass die Menschen im Landkreis Erlangen-Höchstadt jetzt mitziehen. Dass die Kinder und Jugendlichen, die ohne Eltern in den Landkreis Erlangen-Höchstadt kommen, in einem Heim oder in einer Pflegefamilie ein Dach über dem Kopf bekommen, das ist das Allerwichtigste. Und das ist Sache des Jugendamts", so Birgit Zeller. Neben der Unterbringung der jungen Flüchtlinge kümmere sich das Jugendamt auch darum, dass diese so schnell wie möglich Deutsch lernten: "Sprachkurse sind das A und O", ist Zeller überzeugt.
Insgesamt erwartet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter in diesem Jahr bundesweit zwischen 20 000 und 30 000 Kinder und Jugendliche, die sich allein auf den Weg nach Deutschland machen. Besonders stark sei dabei die Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen - junge Männer, die zum Beispiel aus Syrien kommen und dort vor dem Kriegsdienst fliehen. red