Das Burgpreppacher Rallyeteam rund um Florian und Tobias Just startet auch in diesem Jahr in der deutschen Rallyemeisterschaft (DRM).
Die Citroen-Racing-Trophy, an der die beiden Brüder im vergangenen Jahr teilnahmen, wird nicht mehr stattfinden. Ausschlaggebend ist die Trennung der Marken Citroen und DS. Der neu geschaffene Automobilhersteller "DS" engagiert sich künftig in der Formel-E. Citroen hat bisher kein neues Rallyefahrzeug auf Basis des Citroen C3 entwickelt, weshalb eine Trophy erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder möglich sein wird.
Florian und Tobias Just mussten daher ihre Saison 2017 umplanen und bestreiten diese Saison mit einem Citroen C2 R2 max und einem Suzuki Swift Sport. Rund um das hessische Schlitz starteten zum Saisonauftakt 87 Rallyeboliden zum zweiten Lauf der DRM und das ADAC-Rallye-Masters. Mit 140 Wertungskilometern und einem hohen Schotteranteil von fast 20 Prozent gilt die Hessen-Rallye Vogelsberg als eine der anspruchsvollsten Rallyes in Deutschland. Häufig wechselnde Streckenabschnitte von engen Feldwegen auf groben Schotterwegen bis hin zu breit ausgebauten Landstraßen verleihen "der Hessen" ihren ganz besonderen Charakter.
Die 24-jährige Lisa Kiefer nimmt in diesem Jahr auf dem Beifahrersitz neben Tobias Just Platz. Die aus Landau/Pfalz stammende Copilotin ist seit mehreren Jahren erfolgreich im Rallyesport aktiv. Mit einem Suzuki Swift Sport starten beide in der Division 6, die überwiegend leicht verbesserte Fahrzeuge bis 1,6 Litern Hubraum umfasst. Mit neun Startern ist die Division stark besetzt.


Zunächst in Führung

Auf den ersten Wertungsprüfungen übernahm das Suzuki-Team zunächst die Führung, beschloss den ersten Tag aber mit nur 0,3 Sekunden Rückstand zum Führenden auf Platz 3. Im Verlauf des zweiten Tages entschied sich das Team zu versuchen, den dritten Platz sicher ins Ziel zu fahren. Eine starke Welle auf Schotter wurde Just/Kiefer aber zum Verhängnis, als der Suzuki Swift mit dem Heck stark ausbrach, gegen mehrere Bäume prallte und so stark beschädigt wurde, dass eine Weiterfahrt nicht möglich war.
"Der Citroen C2 R2 max ist ein von Citroen Racing entwickeltes und hergestelltes Rallyefahrzeug, welches bis ins kleinste Detail für den Renneinsatz umgebaut wurde. 190 PS, sequentiell geschaltetes Getriebe und etwas über 1000 Kilo Gewicht im rennfertigen Zustand bereitet uns sehr viel Freude, erfordert aber auch extrem schnelle Reaktionen." Das sagt Florian Just über sein neues Rennfahrzeug. Mit diesem startet er gemeinsam mit Marco Schönfelder aus Calw in der Division 5. Hier dürfen nur Fahrzeuge ohne Allradantrieb antreten und müssen dabei in einem definierten Motorleistungsbereich liegen.
Nach 2013 und 2014 war Florian Just bereits zum dritten Mal am Start des hessischen DRM-Laufs, musste zuletzt die Rallye vorzeitig mit Getriebeschaden beenden. Zum Auftakt fuhr das Team auf Platz 3, bekam jedoch wegen einer zu spät erreichten Zeitkontrolle zehn Sekunden Zeitstrafe. Am zweiten Tag schoben sich Just/Schönfelder von Gesamtrang 52 zunächst fast 20 Plätze nach vorne. Das Team entschied sich dann, für die weiteren Wertungsprüfungen (WP) keine neuen Reifen zu montieren, was sich als Fehler herausstellt. Die direkte Konkurrenz fuhr über eine Sekunden pro Kilometer schneller. Mit neuen Reifen konterte das fränkisch/schwäbische Team auf der letzten Prüfung aber noch einmal, holte 17 Sekunden auf und sicherte sich mit Platz 3 in der Division 15 Punkte beim ADAC-Rallye-Masters.
Bereits in drei Wochen starten beide Teams zum dritten DRM-Lauf bei der Rallye "Rund um die Sulinger Bärenklaue" in Sulingen. red