Maskierte Piloten, Fluglehrer und Flugschüler sitzen in den Maschinen des Aero-Clubs Bamberg, abflugbereit und in freudiger Erwartung, Bamberg wieder von oben sehen zu können. Gemäß dem Leitfaden zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs vom Luftsport-Verband Bayern und dem vereinseigenen Hygienekonzept des Aero-Clubs Bamberg dürfen Piloten und Flugschüler wieder in die Luft, wenn sie die vorgeschriebenen Hygieneregeln einhalten: Einhalten des Mindestabstands zueinander, regelmäßiges Desinfizieren der Steuerungselemente, Fliegen mit Mund-Nasen-Schutz und weitere Maßnahmen wollen beachtet werden.

Den Turm darf nur noch ein einzelner Flugleiter besetzen; Maschinen, die auf anderen Flugplätzen stationiert sind, dürfen in Bamberg vorerst nicht landen. Für Fluggäste ist das Mitfliegen tabu - sie können sich aber auf der Terrasse der neu eröffneten Gaststätte das rege Treiben auf dem Flugplatz ansehen, teilt der Aero-Club weiter mit.

Da bei Überprüfungsflügen und in der Schulung Piloten und Fluglehrer zu zweit fliegen, sind die Auswirkungen der Maßnahmen hier am deutlichsten erkennbar: Gemeinsamer Theorieunterricht entfällt komplett. Flugplanung und Flugvorbereitung sind zu Hause durchzuführen. Die Vor- und Nachbesprechung von Schulungsflügen passiert außerhalb des Flugzeugs. Im Segelflug zieren Folien und übergestülpte Hüllen die Funk-Mikrofone und die Steuerknüppel, zwischen den beiden Sitzplätzen ist eine Plexiglaswand eingebaut. Im Motorflug müssen Piloten ihr eigenes Headset mitbringen - auch hier ist die Zeit, die im Flugzeug verbracht wird, auf das notwendige Minimum zu reduzieren.

Die Bamberger Piloten ließen sich von all dem aber nicht beirren; sie konnten es kaum erwarten, nach der Winter- und der anschließenden Corona-Pause wieder in die Luft zu kommen. Die Streckensegelflüge am Herrentag zeugen davon, wie fliegerisch ausgehungert die Mannschaft des Aero-Clubs gewesen ist: Am Donnerstag wurden insgesamt knapp 5000 Kilometer zurückgelegt! Die offizielle Segelflug-Bundesliga beginnt am Pfingstsamstag. red