Am Dienstagabend gegen 20.17 Uhr ist in einer Küche einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Eschenau (Kreis Erlangen-Höchstadt) ein Feuer ausgebrochen. Bei Eintreffen der eingesetzten Wehren aus Eschenau und den umliegenden Ortschaften war bereits starke Rauchentwicklung aus dem ersten Obergeschoss des aus zwei getrennten Gebäudeteilen bestehenden Anwesens erkennbar.
Die zu diesem Zeitpunkt 36 Bewohner hatten das Anwesen bereits verlassen. Durch die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Brandherdes in der Küche auf weitere Gebäudeteile des Vorderhauses verhindert werden, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit.


Leichte Rausgasvergiftung

Ein 20-jähriger Bewohner erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde vorsorglich durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Die Küche brannte vollständig aus. An dem älteren Gebäudeteil selbst entstand noch erheblicher Rußschaden.
Der Sachschaden kann aktuell nicht genau beziffert werden, dürfte aber mindestens im mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Brandursache dürfte auf dem Herd vergessenes Kochgut sein.
Der betroffene Gebäudeteil gilt derzeit als unbewohnbar. 18 Bewohner mussten daher auf umliegende Unterkünfte verteilt werden. Die restlichen Bewohner konnten in ihre Wohnungen im nicht betroffenen Hinterhaus zurückkehren.
Die weiteren Ermittlungen zur Brandursache und des Verursachers werden durch das Fachkommissariat der Kriminalpolizei Erlangen fortgeführt.
Wie der Kreisfeuerwehrverband Erlangen-Höchstadt ergänzend mitteilt, wurden mehrere Bewohner wegen eingeatmeter Rauchgase vor Ort durch Notärzte und Rettungsdienst versorgt.
Um 20.17 Uhr hatte die Integrierte Leitstelle Nürnberg nach entsprechenden Notrufen gemäß dem Alarmplan für die in einem ehemaligen Gasthof in der Eschenauer Hauptstraße eingerichtete Sammelunterkunft folgende Rettungskräfte alarmiert: die Feuerwehren aus Eschenau, Brand, Eckenhaid, Forth, Heroldsberg, Lauf, den Einsatzführungsdienst und die Unterstützungsgruppe "Örtliche Einsatzleitung" des Landkreises Erlangen-Höchstadt, den Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) Baiersdorf und die Polizei, dazu fünf Notärzte, mehrere Rettungs- und Krankentransportwagen sowie weitere Einheiten zur Einsatzleitung sowie zum Transport und der Betreuung der evakuierten Bewohner in einer Mehrzweckhalle in Eschenau.


Kleinkinder und Babys

Beim Eintreffen der örtlichen Feuerwehr drang dichter Rauch aus Fenstern im ersten Obergeschoss. Die Bewohner, überwiegend Familien mit Kleinkindern und Babys sowie junge Flüchtlinge, hatten sich bis dahin bereits selbst in Sicherheit bringen können und standen teils barfuß in der herbstlichen Witterung auf der Straße. Unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Sven Menger, wurden zur Brandbekämpfung die beiden Drehleitern aus Eschenau und Heroldsberg sowie mehrere tragbare Leitern in Stellung gebracht und unter schwerem Atemschutz zwei C-Rohre vorgenommen. Aus den Reihen der 137 anwesenden Feuerwehrleute standen umgehend zahlreiche weitere Angriffs- und Rettungstrupps an der Brandstelle in Bereitschaft. Daneben wurde die Löschwasserversorgung über Tanklöschfahrzeuge und Hydranten sichergestellt und die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet.
Das Feuer, das in einer Küche ausgebrochen war, konnte auf den betroffenen Raum beschränkt und schnell gelöscht werden. Weitere Räume wurden allerdings durch Qualm und Ruß in Mitleidenschaft gezogen. Während des Einsatzes waren die Straßen im Ortskern für den Verkehr total gesperrt.
Hauptaufgabe der Polizei und des Rettungsdienstes war neben der Erstversorgung der Personen. Rund zehn Flüchtlinge konnten nach ambulanter Untersuchung und Versorgung durch fünf Notärzte und weit über 20 Rettungsdienstmitarbeiter zusammen mit den anderen Bewohnern in eine in der Mehrzweckhalle eilends einge-richtete Sammelstelle gebracht werden. Dort wurden sie durch das Bayerische Rote Kreuz betreut, bis sie entweder in nicht betroffene Räume ihrer Sammelunterkunft zurückkehren konnten oder anderweitig ein Dach über dem Kopf bekamen.
Ein Baufachberater des THW Forchheim begutachte das Gebäude auf seine Standfestigkeit. Nachdem die Feuerwehr mit Wärmebildkameras noch nach eventuell vorhandenen Glutnestern gesucht und die sieben anwesenden Helfer des THW Baiersdorf im betroffenen Bereich vorhandene Fehlböden geöffnet hatten, wurde festgestellt, dass die Statik des Gebäudes weder durch das Feuer noch durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden war. red/pol