Erlangen — Die Volkskrankheit Adipositas schädigt den Körper auf unterschiedlichste Art. Betroffene tragen ein hohes Risiko für Diabetes, Gefäßschäden und Gelenkerkrankungen. Der Einfluss auf das Knochenmark und somit auf die Blutbildung ist bisher wenig erforscht. Nun haben Wissenschaftler des neuen Sonderforschungsbereichs 1181 an der FAU Erlangen-Nürnberg herausgefunden, wie eine Verfettung des Körpers den Prozess der Blutbildung stört und das Immunsystem schwächt.
Der Großteil der Blutbildung spielt sich im Knochenmark ab. Dort sitzen die sogenannten hämatopoeitischen Stammzellen, die sich zu Blutzellen ausdifferenzieren - rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutblättchen. Außerdem enthält das Knochenmark spezielle Orte, die der Reifung und dem Training von Immunzellen dienen. Bei einer krankhaften Vermehrung des Körperfetts kann auch der Fettgehalt des Knochenmarks ansteigen, wodurch diese Orte verdrängt werden. Dies verschlechtert die Knochenmarkfunktion, wobei auch die Chancen des Anwachsens von neuem Knochenmark nach Transplantationen verringert werden.
Mit diesen Ergebnissen konnten die Wissenschaftler erstmalig einen Zusammenhang zwischen ungesunder, fettreicher Ernährung und einer Schädigung des Immunsystems aufzeigen, der für viele Erkrankte und nicht zuletzt auch Diabetiker von Bedeutung sein könnte. red