Zum Artikel "Coronagerecht: Das Tourismusjahr 2021" vom 5. November erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung: Die Stadt Kronach hat in den letzten Jahren ein interessantes touristisches Angebot entwickelt, das sich im Vergleich mit anderen Städten gleicher Größe und Struktur wirklich sehen lassen kann. Nun hat die Corona-Pandemie den Aufwärtstrend der Besucherzahlen gestoppt. Nicht unbedingt beim Individual-, aber umso mehr beim Gruppentourismus. Deshalb ist auch die Überlegung der Verantwortlichen richtig, die Aufmerksamkeit mehr dem individuellen Besucher Kronachs zu widmen. Dazu kann das Tourismusbüro bereits auf sein abwechslungsreiches Stadtführungsprogramm zurückgreifen. Für viele Gäste gehört neben der Stadtgeschichte unbedingt ein Besuch der Fränkischen Galerie dazu, um die Werke von Kronachs bekanntestem Bürger Lucas Cranach d. Ä. zu bewundern.

Wie werden die Kulturtouristen reagieren, wenn die Gemäldegalerie wegen Corona auch im Frühjahr und Frühsommer 2021 geschlossen bleiben muss? Kann Kronach für diese touristische Zielgruppe eine Alternative anbieten? Ja, sie kann! Denn die Kunstwerke der Fränkischen Galerie sind bereits im virtuellen Raum vertreten. Museologe Alexander Süß hat mit einer kunsthistorischen Informationsreihe bereits zahlreiche Objekte der Galerie ins weltweite Netz gestellt. Das war ein sinnvoller Schritt, der bereits vor Corona getan wurde, um die kulturtouristische Zielgruppe auf digitalem Weg neugierig auf Kronach zu machen. Nun verhindert es aber gerade Corona, dem so geweckten Wunsch, die Heimatstadt von Lucas Cranach d. Ä. zu besuchen, nachzukommen. Deshalb hier ein ergänzender Vorschlag zu den geplanten touristischen Aktivitäten der Stadt Kronach für das kommende Jahr: Kronach besitzt mit der Festung Rosenberg als Teilmuseum der Bayerischen Nationalgalerie eine großartige Herberge für die einmaligen originalen Kunstwerke der Renaissance. Müssen die, wenn zeitlich teilweise ein Betreten der Räume nicht möglich ist, hinter den dicken Mauern der Festung verborgen bleiben? Ich meine nicht. Dazu ist es aber notwendig die Festung Rosenberg nicht nur als militärisches Bollwerk zu betrachten, sondern die trutzigen Mauern sich als einzigartige Galerie vorstellen zu können, die mit den Gemälden von Lucas Cranach d. Ä. "behängt" werden könnte. Wie das gehen soll? Einfach seiner Vorstellungskraft freien Lauf lassen, dann eröffnet sich eine Lösung, die Kronach leuchten lässt. Hans Götz

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