Durch den Einbau von neuen Fenstern kann der Energieverbrauch gesenkt und Heizkosten gespart werden. Doch worauf ist bei einem Fenstertausch zu achten und wie kann das Lüften einfacher gestaltet werden? Zwei Fenster-Experten klären auf.

Wer sich für den Einbau energieeffizienter Fenster entscheidet, sollte gleichzeitig über Optionen zum Lüften und Heizen nachdenken. "Mit den neuen Fenstern muss sich auch das Lüftungsverhalten verändern", sagt Wilfried Kämper, Geschäftsführer von Magnat Bauelemente GmbH.

Heutzutage sind die Fenster dichter als früher, weiß der Experte. Ein normaler Luftaustausch ist durch das geschlossene Fenster nicht mehr möglich. Wenn dann nicht richtig gelüftet wird, kann es zu Schimmelbildung kommen.

Gesundes Wohnen

"Mir ist wichtig deutlich zu machen, weswegen Lüften so notwendig ist. In erster Linie aus hygienischen Gründen, zweitens zur Erhaltung der Bausubstanz und drittens kann dadurch Energie gespart werden, da trockene Luft leichter zu erwärmen ist", sagt Aufmaßtechniker und Gebäudeenergieberater Werner Schmidt. Besonders in der Winterzeit müsse auf eine gute Mischung aus frischer Luft und Wärme geachtet werden, nur so sei gesundes Wohnen gewährleistet.

Allgemein gilt, je feuchter der Raum ist, desto häufiger muss gelüftet werden. Meistens sind davon besonders Bad und Küche betroffen. "Ein häufiger Fehler ist das Fenster nur in Kippstellung zu bringen, das ist kein Lüften", sagt Schmidt. Ein Tipp vom Profi: Fenster mit Unterlicht. Bei diesen kommt an der Unterseite ein feststehendes drittes Fensterteil hinzu. Vorteil: Das Fenster geht immer auf, auch wenn die Fensterbank voll ist.

Neues Fenster, neue Lüftung

Personen, die über einen Fenstertausch nachdenken, empfiehlt Kämper Fenster mit Dreifach-Verglasung und warmer Kante. "Bei den meisten Fenstern mit Mehrfachverglasung wird an den Rändern Aluminium als Abstandshalter zwischen den Scheiben verwendet, dort geht allerdings Wärme verloren", sagt der 64-Jährige. Bei der warmen Kante werden Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit als Abstandshalter verwendet. Die Wärme bleibt drin und Energie wird gespart.

Generell sei vor der Anschaffung neuer Fenster aber immer eine umfassende Beratung in den eigenen vier Wänden sinnvoll. "Lüften ist ein hochsensibles Thema und muss individuell betrachtet werden", sagt Kämper. Denn oft müsse neben dem Fenstertausch auch ein neues Lüftungskonzept erarbeitet werden. Ob es reicht Lüfterbausteine einzubauen oder ob eine Grundlüftung Sinn macht, die unabhängig vom Nutzer lüftet, entscheidet dann der Berater. Ziel ist es einen unkontrollierten Luftverlust und Schäden am Bauwerk zu vermeiden.

Pauschal könne dies aber nicht entschieden werden, da Details, wie etwa Feuerstellen, Dunstabzugshauben etc. ebenfalls auf die Luftqualität einwirken.

Nach dem Einbau neuer Fenster hätten sich Kunden gemeldet, da die Scheiben von außen beschlagen waren. Das sei allerdings ganz normal und sogar ein Qualitätszeichen des Fensters. "Daran kann man erkennen, dass die Wärme von innen nach außen nicht verloren geht", sagt Schmidt.

Wenn in einer Wohnung tatsächlich Schimmel auftrete, läge das meist nicht an den Fenstern, sondern am falschen Lüften, einem Rohrbruch oder einer Schwachstelle am Bauwerk. "Die Feuchtigkeit geht immer zum kältesten Punkt und schlägt sich dort nieder. Deswegen sind bei Schimmelbildung häufig Fenster und Ecken betroffen", sagt der 55-Jährige.

Sensibilität gestiegen

Insgesamt seien die Schäden durch falsches Lüften aber zurückgegangen. "In der heutigen Zeit sind die Leute schon viel sensibler als vor einigen Jahren, daher gibt es auch weniger Probleme nach dem Fenstertausch."