Wer bekäme da keinen Schreck! Man betritt am Morgen den Wohnbereich, in dem man sein
Frühstück einnimmt, und plötzlich torkelt ein riesiger Federball durch das Zimmer. Lässt sich auf Möbeln nieder und versteckt sich dann in der größten Zimmerpflanze. Große runde Augen glotzen aus dem Blätterdickicht auf den ebenfalls erstarrten Wohnungsnutzer. Eine Eule, ein Kauz? Wie kommt denn das Tier herein, das vor lauter Schreck auch so einiges fallen lässt? Echt ätzend. So ist es Anwohnern in der Hans-Sachs-Straße ergangen. Der Vogel ist offensichtlich durch das offen stehende Fenster geschlüpft. Was tun? Das Tier fangen? Vorsicht, der Schnabel kann angeblich den Knochen des kleinen Fingers durchknacken. Und wenn sich die Krallen in die Hand bohren ... Also fachlichen Rat einholen. Der Tierschutzverein erklärt sich als nicht zuständig und rät, den Bund Naturschutz anzurufen. Ein freundlicher Helfer kommt und ergeht sich erst einmal in theoretischen Erläuterungen. Es handelt sich hier um einen jungen Waldkauz. Das steht fest. Der aber will nicht länger zuhören und entfleucht plötzlich durch das
immer noch offen stehende Fenster. Klare Sache für uns vom Fensterbrettla. Kein Nestflüchter, sondern ein Annafest-Flüchter. Den allabendlichen Lärm im Kellerwald hält nicht nur "ka Sau", sondern auch kein Kauz aus.