Mit über 400 Teilnehmern beim Feldgeschworenentag war die Steigerwaldhalle in Burgebrach voll besetzt.

Zu Beginn feierten der katholische Pfarrer Bernhard Friedmann und der evangelische Pfarrer Ulrich Rauh einen ökumenischen Gottesdienst. In seiner Predigt sagte Pfarrer Rauh, dass das Maßband für die Siebener Grundlage war und ist, um Grenzsteine nachzukontrollieren. Auch in der Gesellschaft seien Grenzsteine notwendig. Die Kirchen ziehen sie in die Gesellschaft, damit die Botschaft des christlichen Glaubens die Menschen verändere gegen den Hass und die Vorurteile. Dann forderte er: "Auch in den Kirchen sind christliche Feldgeschworene notwendig, um Grenzen zu überprüfen im Sinne des Gebots der Nächstenliebe. Seien sie also Feldgeschworene Jesu Christi!"

Nach dem Gottesdienst marschierte die Vorstandschaft der Feldgeschworenen von Bamberg-Stadt und -Land und die Ehrengäste unter der Marschmusik der Ebrachtaler Musikanten in die Halle ein, wo sie vom Vorsitzenden Josef Zenk begrüßt wurden. Auch die vielen Bürgermeister und Kreisräte, Vertreter der Banken, Wolfgang Kießling vom Amt für Ländliche Entwicklung und Stefan Pfister, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, hieß er herzlich willkommen.

Nach dem Totengedenken sprach Burgebrachs Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU) ein Grußwort. Er lobte das gelebte Ehrenamt, für das die Siebener stehen.

Die Festansprache hielt Landtagsmitglied Holger Dremel (CSU). Er erwähnte, dass die Bayerische Staatsregierung schon 2016 die Aufnahme des Feldgeschworenenwesens in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes mit Erfolg vorgeschlagen habe. Dieses sei seit dem späten Mittelalter belegt und damit das älteste kommunale Ehrenamt Bayerns.

Geschichte über Grenzen

Bei der Geschichte des "Siebenerwesens" ging Dremel anschließend weit zurück. Schutz von Eigentum und Besitz durch Vorschriften und Gesetze seien schon in der Bibel durch Gebote geregelt: Du sollst nicht stehlen und du sollst nicht begehren deines nächsten Hab und Gut. Auch die alten Ägypter und Griechen regelten die Grenzen ihrer Felder schon genau. "Die Einhaltung der Grenzen war ein religiöses Gebot", ergänzte der Abgeordnete.

Die Nichteinhaltung von Grenzen führte nach Dremels Erläuterungen oft zu Streitigkeiten und Krieg, wie er von den Römern berichtete. Im Mittelalter wurde das "Siebenergeheimnis" erfunden, damit es nicht zu Streitigkeiten kommen würde. Es habe sich bis heute bewährt. In Bayern seien rund 20 000 Feldgeschworene tätig, in der Stadt und im Landkreis Bamberg über 1000. "Sachlichkeit, Nüchternheit und dienender Mut sind die Charaktereigenschaften der Feldgeschworenen", konstatierte Dremel und fuhr fort: "In unseren Dörfern galt und gilt es auch im Zeitalter der Globalisierung als besondere Ehre, zum "Siebener" gewählt zu werden, denn das Aufstellen und Versetzen von Grenzsteinen ist eine Arbeit, die man nur vertrauenswürdigen Männern und Frauen überlässt."

Die Ehrung der Feldgeschworenen für 60, 50, 40 und 25 Jahre Dienst nahm dann Landrat Johann Kalb vor, unterstützt vom Bürgermeistersprecher Roland Kauper (CSU). Die Geehrten bekamen neben der Urkunde auch ein Buchgeschenk.

Stefan Pfister, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) dankte den Geehrten und den anderen Feldgeschworenen für ihren zuverlässigen Dienst.

Schriftführer Adalbert Zink und Kassier Thomas Firnstein statteten Geschäfts- und Kassenbericht ab. Mit dem Schlusswort des Vorsitzenden Josef Zenk und der Bayernhymne endete der offizielle Teil und die Teilnehmer und Besucher konnten sich noch beim gemütlichen Teil unterhalten und kennenlernen.