Kickboxen vom Feinsten wurde in Bad Neustadt/Saale bei der deutschen Meisterschaft geboten. Dem Ruf der WAKO-Deutschland (World Association of Kickboxing Organizations) folgten 762 Kampfsportler, die sich über die Landesmeisterschaften ihrer Bundesländer qualifiziert hatten - darunter viele Mitglieder des Nationalkaders sowie amtierende Welt- und Europameister. Und mittendrin: die drei Kickbox-Talente Luis Dressel, Yasmin Wolf und Jana Fleischmann vom FC Pommersfelden.
Nach einem Freilos im Achtelfinale traf Jana Fleischmann im Viertelfinale der weiblichen Jugend B (bis 37 Kilo) auf Angelina Dedeic (Kassel). Gegen die Dritte der hessischen Meisterschaft übernahm Fleischmann gleich die Initiative und zog mit 11:5 Punkten ins Halbfinale ein. Hier gab es dann die Neuauflage des Bayern-Finales, die nun allerdings Franziska Münsterer (Mallersdorf) für sich entschied. Fleichmann fand erst nach einem 1:5-Rückstand richtig ins Match, kämpfte sich wieder heran. Doch eine strittige Entscheidung, als Münsterer trotz eines Doppeltreffers der Pommersfeldenerin den Punkt zum 6:3 zugesprochen bekam, besiegelte Fleischmanns Niederlage. Die brannte zwar in den letzten 20 Sekunden ein Feuerwerk ab, hatte jedoch mit 7:8 das Nachsehen. Franziska Münsterer zog ins Finale ein, Jana Fleischmann hatte den dritten Platz sicher.
Für die männliche Jugend B (bis 37 Kilo) hatten sich 16 Kämpfer qualifiziert. Luis Dressel traf im ersten Kampf auf Laurin Köhler (Braunschweig) und sicherte sich mit dem 6:1 den Einzug ins Viertelfinale. Dort bekam er es mit dem favorisierten David Schlack aus Grünstadt (Rheinland-Pfalz) zu tun. Dressel bewegte sich gut und konterte clever. Sekunden vor Ende schaffte er noch den gewinnbringenden Treffer zum 4:3. Im Halbfinale gegen Will Hubert (Sportschule Harz) wirkte Dressel etwas müde, unterlag mit 2:6, sicherte sich aber den geteilten dritten Platz.


Lob vom Bundestrainer

Yasmin Wolf überzeugte in der Gewichtsklasse über 65 Kilo in den Vorkämpfen, die sie überzeugend gewann. Im Halbfinale traf die Pommersfeldenerin auf Nele Paulin Feuer aus Hamburg - mehrfache Welt- und Europameisterin. Feuer setzte gleich ein Zeichen, indem sie einen harten Sidekick ins Ziel brachte. Unbeeindruckt davon glich Wolf in der nächsten Aktion mit gleicher Technik aus. Die nächsten drei Punkte gehörten Yasmin Wolf (4:1-Führung). Feuer machte im Anschluss ihrem Namen alle Ehre und brannte ein Feuerwerk an verschiedenen Techniken ab (4:8). Auch nach der Pause nahm die Favoritin das Heft wieder in die Hand. Yasmin Wolf hielt aber gut mit und landete noch einen Volltreffer an Feuers Kopf, sodass eine kurze Erholungspause nötig war. Merklich überrascht von der Gegenwehr landete Feuer noch einen sehenswerten Kick zum Kopf und setzte sich mit 14:5 durch. Wolf überzeugte in diesem Kampf und heimste neben Platz 3 auch ein Sonderlob von Bundestrainer Frank Feuer ein. mf